Mi
10
Feb
2010
Das Schöne für uns als diejenigen, die euch tagein tagaus einen Sofdy präsentieren - und das am Besten so schmackhaft und vielseitig wie möglich - ist, dass wir unseren musikalischen Horizont ebenso erweitern dürfen, wie ihr es möglicherweise tut, wenn ihr euch unsere sorgfältig recherchierten Sofdy-Erläuterungen in eurer allmorgentlichen Kaffeepause (und falls es nicht in der Pause ist: bloß nicht vom Chef erwischen lassen oder uns ansonsten direkt als unwiderstehlich weiterempfehlen!) zu Gemüte führt.
Im Falle von Maria Cebotari, die heute ihren 100. Geburtstag gefeiert hätte, betreten wir jedenfalls als Redaktion mit einem Altersdurchschnitt um die 35 musikalisch-historisches Neuland.
Die Opernsängerin und Sopranistin (und ab Mitte der 30-er auch Leinwandstar) mit rumänischen Wurzeln war eine Interpretin der großen Frauenrollen in den Opern von Wolfgang Amadeus Mozart, Richard Strauss, Giuseppe Verdi und Giacomo Puccini. Als Partnerin des dänischen Tenors Helge Rosvaenge feierte sie vor allem an der Berliner Staatsoper, aber auch in Dresden, Salzburg und Wien große Erfolge, ehe sie im Alter von gerade einmal 39 an einem Leberkrebsleiden starb.
Ihr Erfolg, nach dem 2. Weltkrieg umstritten angesichts ihrer Zusammenarbeit mit dem nationalsozialistischen Deutschland, wurde ihr im Laufe der letzten Jahrzehnte uneingeschränkt zuteil und drückt sich unter anderem darin aus, dass sowohl in Dresden, als auch in Wien Straßen nach ihr benannt wurden. Sie schaffte es 1994 sogar auf eine moldawische Briefmarke.
Der heutige und sehr leidenschaftliche Sofdy Solo per te (Immer nur du) stammt aus dem gleichnamigen Film, in dem Cebotari 1937 an der Seite von Beniamino Gigli zu sehen war.
Das heißt im Klartext, dass die euch heute gezeigte Aufnahme über 70 Jahre auf dem Buckel hat!
Unglaublich, wie das Internet Zeit und Raum auf den Kopf stellt und uns Zugang zu Material verschafft, von dem wir uns ansonsten nur von unseren Großeltern erzählen lassen könnten...
...you gotta love it.
In diesem Sinne ein Hoch auf die Möglichkeiten des Internets zugunsten der Musik, und natürlich auf unser Geburtstagskind Maria Cebotari.