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Mo

01

Mär

2010

01/03/2010 - Hélène Grimaud: Bach/Busoni Chaconne

Der März beginnt am heutigen Montag Morgen nicht nur mit dem Toast beim Frühstück, sondern auch mit klassischer Musik zum ruhigen Wocheneinstieg und einem Toast auf alle "Frauen mit Flügeln". Denn der gleichnamige FAZ-Artikel von 2006 ist Anlass genug, beim heutigen Sofdy das Tor zur Welt der Pianistinnen zu öffnen.

 

Robert Schumann ist jedermann und jeder Frau bekannt.  Aber sagt uns Clara Schumann etwas? In dem o.g. Artikel wird ein lohnenswerter Blick auf die Geschichte geworfen:

 

"Es war eine Frau, die das Klavierspiel modernisierte. Clara Schumann machte Schluß mit dem Virtuosentum und der exzentrischen Selbstdarstellung des frühen 19. Jahrhunderts, konzentrierte sich wieder auf musikalische Inhalte und verstand sich als Dienerin der Komposition. In sechzehn Ehejahren schenkte sie ihrem Mann Robert acht Kinder, hatte zwei Fehlgeburten, und wenn sie öffentlich auftreten wollte, mußte sie mit dem Zorn ihres Mannes rechnen. Erst als Robert Schumann wahnsinnig wurde, befreite sich Clara, intensivierte ihre Beziehung zu Brahms und kehrte erfolgreich zurück auf die Konzertpodien. Sie war eine Piano-Pionierin. Eine Martha Argerich ihrer Zeit, bildete Schülerinnen wie Mathilde Verne, Adelina de Lara und Fanny Davies aus und beflügelte die Frauen am Klavier."

 

Das klingt nach einer Frau der Geschichte,  weswegen sie auch auch als solchige auf einer Briefmarke und auf dem 100 DM-Schein abgebildet wurde (siehe Graphik; an unser ganz junges Publikum: DM steht für Deutsche Mark und war die Währung vor dem Euro ;).

 

Da wir gerade vom Euro-Raum sprechen, finden wir auch dort in der französischen Pianistin Hélène Frimaud eine Nachfolgerin: "Helene Grimaud ist mit ihrem sachlichen und geerdeten Klang eine Erbin Clara Schumanns. Sie ignoriert den Wechsel vom Salon zum Konzertpodium, vom feinbeinigen Wohnzimmerinstrument zum schwarzen Monstrum. Dafür wird sie oft kritisiert. Für sie ist das Klavierspiel keine Produktion des Ichs, sondern ein Akt der Intimität."

 

Diese musikalische Intimität wird in dem heutigen Sofdy spürbar, in dem Hélène Frimaud ein Stück von ihrem 2008 erschienenen Bach-Album spielt. Die Musik spricht für sie und sich. Und wer sich in diesem Zusammenhang mit weiteren Worten beflügeln lassen will, könnte an dem Buch Leçons particulières von Madame Frimaud oder an der Lektüre Frauen mit Flügel. Lebensberichte berühmter Pianistinnen: Von Clara Schumann bis Clara Haskil Interesse haben.

 

Bleibt nur noch mit roman(n)tischem Augen- ond Ohrenzwinkern hinzuzufügen, dass Männer mit Flügeln gerne von Frauen inspiriert werden: der französische Pianist Richard Claydermann hat seinen Welterfolg Ballade Pour Adeline der Tocher von Paul de Senneville zu verdanken, nach der das von Senneville 1976 komponierte Stück benannt und heutzutage z. Bsp. bei Last.fm kostenlos erhältlich ist.

 

Wir wünschen Euch einen guten Start in den März und diese Woche mit diesem musikalischen Flügelschlag unter und über dem Musikdach!

...Noch ein Schmunzel-P.S. zum "Erden": Richard Claydermann wird übrigens auch als "Pianör" gehandelt, fragt man z. Bsp. den Jazzpianisten Michael Naura : "Es gibt Frisöre und Pianisten. Der Franzose Richard Claydermann ist ein Pianör."

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