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Di

16

Mär

2010

Musik in der Werbung

Werbung dient der gezielten und bewussten als auch der indirekten und unbewussten Beeinflussung des Menschen zu meist kommerziellen  Zwecken. Der Werbende spricht bewusste und unbewusste Bedürfnisse  teils durch emotionale (Suggestion), teils informierende Werbebotschaften zum Zweck der Handlungsmotivation  an.

 

[Quelle: Wikipedia]

 

Im Klartext bedeutet das:

Gerade weil in der Werbung sowohl bewusste als auch unbewusste Bedürfnisse aufgegriffen bzw. angesprochen werden sollen, bedient sich die Werbebranche bei ca. 70 % ihrer Werbespots für Funk und Fernsehen (diese Zahl fanden wir hier) einer Musik, die entweder das Geschehen und die Botschaft untermalt oder, wie in diesem Fall von I Can Feel It Coming In the Air Tonight von Phil Collins, maßgeblich bestimmt.

 

Welche Rolle Musik im Laufe der Jahre in der Werbung gespielt hat und bis heute spielt, wollen wir in diesem Newsletter anhand von Klassikern und Highlights veranschaulichen.

 

Um an einer bereits bestehenden Sympathie anzudocken, greift die Werbebranche nicht selten auf Songs zurück, die dem Zuhörer bzw. Zuschauer bereits bekannt sind. Diese bereits bestehende Sympathie auf das Produkt zu übertragen, kann dabei eine große Wirkung erzielen, wie der obige Clip zeigt.

 

Es gibt aber auch Beispiele, in denen ein Song erst durch die Werbung zum Hit wird. Tatsächlich versuchen Labels heutzutage, auf diese Weise Newcomer oder auch alte Hits auf dem Markt zu platzieren. Man spricht hier vom Music Placement, also quasi der Werbung in der Werbung.

 

Dass das durchaus funktionieren kann, belegt das folgende Indian Spirits von Andi Slavik und Susanne Kemmle aus den 90-ern, das in der Werbekampagne einer Modemarke zum Einsatz kam:

Nicht selten kommen also Werbespots förmlich als Musik-Clips daher, um ihrer Aufgabe der unbewussten Beeinflussung (siehe oben) und ihrem Werbeauftrag nachzukommen.

 

Solange der potentielle Konsument vom Unterscheidungsvermögen her fit genug ist, sich nicht allzu sehr täuschen oder gar manipulieren zu lassen, ist das allerdings nichts Verwerfliches, und so haben diese Spots mitunter einen für unsere Begriffe hohen Unterhaltungswert und Erlebnisfaktor, wie beispielsweise die folgenden beiden Beispiele:

Was man der Werbebranche lassen muss, ist, dass sie immer wieder mit Originalität und Einfallsreichtum zu trumpfen weiß. Inspirierende Musik zu nutzen, ist das eine, aber gleich ein ganzes Orchester auf Autoteilen spielen zu lassen, das andere:

Tatsächlich ist Musik gerade aus der Auto-Werbung nicht wegzudenken. Besonders typisch sind jene Werbespots, in denen ein schickes und schnelles Auto bei Wind und Wetter durch Stadt und Land saust - das Ganze untermalt mit dramatischer Musik, versteht sich. Aber auch humorvolle Clips mit Pointe sind uns allen bekannt. Derer gibt es so viele, dass wir uns auf einen ganz besonders originellen Clip stellvertretend für alle festlegen mussten:

Dieselbe Autofirma griff übrigens auch an anderer Stelle ganz tief in die Trickkiste (und die Tasche), um nicht nur in Verbindung mit guter Musik, sondern auch gleich in Verbindung mit einem Superstar aus der Musikwelt - John Mayer - gebracht zu werden:

Eine andere Trickkiste, in die oft gegriffen wird, ist die eigene "Hymne", die für ein bestimmtes Produkt komponiert und produziert wird. Man möge sich nur an Merci (Schoko-Pralinées) oder McDonald's erinnern.

 

Ebenso beliebt wie raffiniert ist die Handhabe, einer Firma einen musikalischen Slogan in Form einer kurzen, einprägsamen Melodie zu verpassen (beispielsweise die fünf Töne von T-Mobile oder die vier von RTL).

 

Oder besser noch: den Slogan einer Firma mit einer passenden Melodie zu versehen. Als prominentes Beispiel gilt sicher dieser Spot:

Machen wir einen Sprung von der Tierwelt in die des Sports:

Da es gerade in den Werbespots der Sportmarken Action und einen gewissen Lifestyle zu transportieren gilt, ist hier Musik noch elementarer als in unseren bisherigen Beispielen. 

 

Der folgende Clip mit Starbesetzung mutet im ersten Moment als Musik-Clip zu Madcons Begging You an, ehe er sich als Adidas-Werbung anlässlich des 60-Jahre-Sohlen-und-Streifen-Jubiläums entpuppt:

Wo Adidas genannt wird, muss auch Nike erwähnt werden, damit wir uns nicht Schleichwerbung oder ähnliches nachsagen lassen müssen. Hier also ein ebenso gelungener Clip der Nike-Courage-Kampagne mit dem Song All These Things That I've Done von The Killers:

Der Sprung vom Sport zu den Erfrischungsgetränken drängt sich uns förmlich auf. Auch hier überwältigt uns im Internet eine Masse an Werbespots, aus der wir ein paar absolut nennenswerte Highlights für euch zusammengestellt haben:

 

Da wäre zum einen Michael Jackson, der sich in den 80-ern zu einer Werbung für Pepsi hinreißen ließ und dafür sogar seinen Song Billy Jean adaptierte. Gleich eine ganze Generation zum Aufbruch und dem Konsum des alternativen Cola-Getränks aufzurufen, hätte wohl kein anderer so hinbekommen wie er:

Coca Cola hielt mit dem melodischen Slogan Always Coca Cola dagegen - vielleicht nicht ganz so originell, dafür aber umso einprägsamer:

Apropos einprägsam: Unvergesslich ist wohl auch Kate Yanais Summer Dreaming. Ursprünglich war der Song Anfang der 90-er als Bacardi Feeling für den Bacardi-Werbespot komponiert worden. Die überwältigende Nachfrage führte allerdings dazu, dass man ihn zu etwas Alkohlfreiem umdichtete ( > Summer Dreaming) und zum Verkauf anbot. Daraufhin avancierte der Song zum Nummer-1-Sommerhit und wurde wohl wie kaum ein zweiter zum Dauerwerbeträger des hochprozentigen "Erfrischungsgetränks".

Den Vogel abschießen tut in unseren Augen allerdings eine australische Bierfirma, die mit einer adaptierten Version von O Fortuna aus der Carmina Burana von Carl Orff unlängst einen äußerst amüsanten Werbespot ablieferte:

Musikdach wäre nicht Musikdach, wenn wir abschließend nicht auch einen gezielten Blick auf die D-A-CH-Region werfen würden.

 

In Deutschland beispielsweise gab es vor drei Jahren einen Werbespot, der zu mehr Zusammenhalt aufrief. Neben den prominenten Akteuren trägt hier auch der Soundtrack von Forrest Gump erheblich zur Wirkung des Spots bei:

Für den österreichischen Werbespot einer Eismarke bediente man sich eines prominenten Soundtracks, für den man nicht bis Hollywood zu fliegen brauchte: Christina Stürmer singt anstelle eines Mikrofons in ein Waffeleis und kann gar nicht genug davon bekommen:

Eine Schweizer Fluggesellschaft ließ gar eine ganze Auswahl von Schweizern in Mundart singen. Auch dieser Spot steht den anderen in nichts nach:

Wir kommen zu dem Ergebnis, dass Musik in der Werbung noch viel unentbehrlicher ist, als wir eingangs ohnehin angenommen hatten. Wenn bestimmte Marken mit bestimmten Werbespots Geschichte schreiben, dann hat das (fast) immer auch mit der darin verwendeten Musik zu tun.

 

Jedenfalls hoffen wir, euch mit dieser Auswahl an Videos gut unterhalten und das Thema Musik in der Werbung veranschaulicht und nähergebracht zu haben.

 

Wir ergänzen unseren online-gestellten Newsletter übrigens gerne um weitere Empfehlungen von euch. Falls euch in unserer Auswahl also ein Werbespot fehlt, der eurem Geschmack nach unbedingt erwähnt werden sollte, immer her damit, und zwar an: werde.dachdecker(at)musikdach.de

 

Abschließend noch die Empfehlung einer Website, auf der sich Werbespots und ihre Songs recherchieren lassen:

www.werbesongliste.de

 

Übrigens stellen wir unseren Newsletter-Betrieb von nun an auf zweiwöchig um. Der nächste Newsletter erscheint demnach am 1. April und befasst sich mit dem Thema "Frühlingsgefühle".

 

Eben solche wünsche wir euch bis dahin.

 

Mit herzlichen Grüßen

 

 

eure Redaktion von www.musikdach.de


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