Di
30
Mär
2010
Wie gestern den Medien zu entnehmen war, ist Peter Herbolzheimer, langjähriger Leiter des deutschen Bundesjazzorchesters und Gründer von Europas erfolgreichster Big Band, am Samstag im Alter von 74 Jahren verstorben.
Bekannt wurde Herbolzheimer vor allem durch TV-Auftritte in Alfred Bioleks Sendung „Bio´s Bahnhof“ und dem „ZDF Jazzclub“
mit seiner in den späten 60-ern gegründeten Big Band Rhythm Combination & Brass, die in kurzer Zeit zu den besten Big Bands Europas aufstieg. Jazzgrößen wie Dizzy Gillespie, Stan Getz, Gerry Mulligan und Albert Mangelsdorff zählten u. a. zu den Gästen der Band. Im Jahr 1975 wählten Leser und Kritiker des Jazz-Forums die Formation sogar zur besten Big Band in Europa.
Aber auch mit der Einzugsmusik zu den Olympischen Spielen 1972 (für die er übrigens eine goldene Schallplatte erhielt), als Leiter des Bundesjugendjazzorchesters oder auch als Arrangeuer der Bläsersätze von Udo Lindenbergs Panikorchester war Peter Herbolzheimer im Einsatz und erntete sogar ein Bundesverdienstkreuz.
Der Deutsche Musikrat, dessen Ehrenmitglied Herbolzheimer war, sagte über ihn, dass er einer der ganz Großen des internationalen Musiklebens war, der die europäische Jazzgeschichte prägte und beeinflusste.
Nicht ohne Stolz sagte Herbolzheimer selbst vor ein paar Jahren: "Jeder Mensch, der heute in Deutschland Jazz macht, kommt aus dem Orchester." So heißt es, dass er Spitzentalenten wie Roger Cicero, Peter Weniger, Michael Wollny oder Till Brönner den Weg ebnete. Letzterer ist in unserem heutigen Sofdy gemeinsam mit besagter Big Band Rhythm Combination & Brass zu sehen.
Ballad for a Friend - ein schöner Abschied, wie wir finden.