Fr
07
Mai
2010
Gestern Abend fand der erste "ECHO Jazz", in Bochum statt. Damit hat der Jazz in Deutschland nun auch seine eigene ECHO-Verleihung und ist nach dem ECHO und dem ECHO Klassik das dritte Standbein, mit dem die deutsche Phonogesellschaft national und international ihre Besten kürt.
Die Zusammenfassung der gestrigen Veranstaltung gelang der Rheinischen Post so gut, dass wir sie gerne an dieser Stelle vollständig zitieren möchten:
Stilvoll:"Echo Jazz" in Bochum
MAX FLORIAN KÜHLEM
Da es sich beim "Echo" um einen Preis des Bundesverbands Musikindustrie handelt, kam auch die erste Verleihung im Bereich Jazz nicht ohne die Glitzerwelt von Pop und Showbusiness aus: Sido,
Cassandra Steen, Uwe Ochsenknecht und Ralph Morgenstern gaben sich in der Bochumer Jahrhunderthalle als Laudatoren die Klinke in die Hand. Auch mit Auszeichnungen an übliche Verdächtige wie Klaus
Doldinger oder Kuschel-Musiker wie Diana Krall und Curtis Stigers suchte man die Anbindung an den großen Popmarkt, dem der Jazz immer noch als relativ kleine Nische gegenübersteht. Trotzdem
schaffte die stilvolle, auf den Glanz der altehrwürdigen Industriehalle vertrauende Gala auch den Spagat zur nationalen und internationalen Szene. Junge Künstler des Hamburger Tingvall Trios, der
bayerische Pianist Michael Wollny oder das amerikanische Vijay Iyer Trio erreichen mit ihrem frischen Jazz zwar nicht unbedingt die Massen; "Echos" dagegen erhielten sie in wichtigen
Kategorien.
Auch mit den Auszeichnungen des ACT-Labelchefs Siegfried Loch und des Jazzhändlers Ludwig Beck aus München bewies man ein gutes Gespür für anspruchsvolle Leistungen. Mit Preisen in 30
Kategorien, die den Abend heillos überfrachteten, konnte man der breiten Jazzszene zwar nicht gerecht werden; dennoch bildet die neue Gala, die genau wie die "Echos" Pop und Klassik jährlich
stattfinden soll, eine Aufwertung und willkommene Öffentlichkeitswirkung.
(Quelle: Rheinische Post)
Zu den Preisträgern in insgesamt 31 Kategorien, die sich auf der offiziellen Seite des ECHO Jazz nachlesen lassen, zählt auch Quadro Nuevo, ein vierköpfiges Akustik-Quartett, das sich der Weltmusik und eben auch dem Jazz verschrieben hat. Ausgezeichnet wurden sie in der Kategorie "Live-Act des Jahres".
Diesen Preis haben sie sich redlich verdient. Immerhin sind die Jungs schon seit 1996 in dieser Formation am Start und haben seitdem laut Wikipedia rund 1500 Konzerte absolviert. Im Laufe der Jahre spielte das Quartett auf zahlreichen renommierten Festivals wie etwa dem Montreal Jazz Festival, dem Rheingau Musikfestival, den Meraner Musikwochen, den Jazztagen Saalfelden, dem Ollinkan-Festival Mexico City, dem Quebec-Festival und der Internationalen Jazzwoche Burghausen, wo 2004 auch unser heutiger Sofdy Sultana entstand.
Klickt man sich auf der offiziellen Website von Quadro Nuevo und durch die Live-Videos auf youtube ein wenig hindurch, bekommt man den Eindruck: Diese Jungs haben hart für ihren Erfolg gearbeitet; und vor allem haben sie die Herzen ihrer Fans Konzert um Konzert erspielt.
Schön zu wissen, dass es solche Bands noch gibt, und dass sie es schaffen können - wenn sie auch nie im Mainstream ankommen werden, so wurde ihnen auf diese Weise zumindest die höchte Anerkennung zuteil, die innerhalb Deutschlands und innerhalb ihres Genres möglich ist. Dazu gratulieren wir an dieser Stelle herzlich!