So
09
Mai
2010
Nachdem es hier gestern anlässlich des 65. Geburtstags von Keith Jarrett etwas Philosophisch und Besinnlich zuging, wollen wir es heute etwas humorvoll und peppig angehen - mit Dolly Parton an unserer Seite ein Leichtes, wie es scheint.
Aber bitte keine voreiligen Schlüsse, liebe Leser- bzw. Hörerschaft! Denn was im ersten Moment wie eine Lachnummer anmutet (wir geben ja zu, dass die Disney-Figuren ein wenig über's Ziel hinausschießen, aber das war wohl damals angesagt...), stellt sich nach ein paar Sekunden des aufmerksamen Zuhörens als Gute-Laune-Nummer mit hohem musikalischen Anspruch heraus.
Dolly kann singen, das müssen ihr selbst Ohren jenseits der Country-Musik-Affinität attestieren. Oder anders gesagt: 200 Millionen Ohren (denn die achtfache Grammy-Gewinnerin hat in den letzten 40 Jahren über 100 Millionen Platten verkauft) können nicht irren!
Auf den Song 9 to 5 kamen wir übrigens aufgrund des heutigen Datums: Heute ist...richtig, der 9.5.. Mit 9 to 5 ist zwar nicht das Datum im Kalender, sondern die Zeitspanne gemeint, die man täglich im Büro verbringt (also 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr, für die, die's genau wissen wollen), aber die Übereinstimmung der Zahlen hat uns gereicht, um diese Nummer aus dem Hut zu zaubern. An einem Sonntag wie diesem, wo man ohnehin nichts im Büro verloren hat, kann sie einem zumindest nicht die Laune verderben, wird darin doch der Frust des Alltagstrotts im Büro thematisiert. Ironisch dabei ist, dass der Song von jener Frau gesungen wird, die als die reichste Frau in der Geschichte der Popmusik gilt und die es vermutlich nicht nötig hat, regelmäßige Stunden im Büro abzudrücken.
Falls ihr am Grübeln seid, woher euch Dolly Parton ansonsten noch ein Begriff sein könnte: Richtig, nach ihr wurde einst das berühmt berüchtigte Klonschaf Dolly benannt. In Anspielung auf ihre große Oberweite hatten 1997 Wissenschaftler, die ein Schaf aus Euterzellen geklont hatten, ihren Namen ausgewählt. Dolly soll es mit Humor genommen haben - was blieb ihr auch anderes übrig.
Mit dem Song, der Teil des Sountracks zum gleichnamigen Film mit Jane Fonda, Lily Tomlin, and Parton in den Hauptrollen war, gewann sie übrigens 1980 zwei ihrer acht Grammies. Und die Disney-Figuren waren nicht die einzigen Puppen, mit denen sie den Song zum Besten gab. In den 80-ern gab es auch einen Auftritt in der Muppetshow, in der der Song kindgemäß adaptiert wurde: Dort war dann nicht mehr von "Working 9 to 5", sondern von "Counting 1 to 5" die Rede, um auf diese Weise den Kindern das Zählen schmackhaft zu machen. Eine wunderbare Idee, wie wir finden:
Wir hingegen zählen nur bis 3, ehe wir euch nach draußen schicken. Der Wetterbericht verspricht zumindest teilweise an diesem heutigen Muttertag Sonnenschein, den ihr euch auf keinen Fall entgehen lassen solltet. Ihr wisst schon, morgen geht die Arbeitswoche wieder los, und dann heißt es wieder 9 bis 5. Oder so ähnlich.
Also: 1, 2,...raus mit euch!