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Sa

15

Mai

2010

15/05/2010 - Gentleman: It No Pretty

Ladies and Gentlemen,

 

Let us introduce to you...Gentleman!

 

...Mit seinem bürgerlichen Namen Tilmann Otto dürfte der 35-jährige deutsche Reggaestar in Jamaika wohl eher weniger bekannt sein ;)

 

Da wir gerade von Gegensätzen sprechen: Zu dem aktuellen Album "Diversity" steht auf seiner Website ein Zitat von Barack Obama geschrieben:

 

“We have a stake in one another ... what binds us together is greater than what drives us apart, and ... if enough people believe in the truth of that proposition and act on it, then we might not solve every problem, but we can get something meaningful done for the people with whom we share this Earth.”

 

..."What binds us together is greater than what drives us apart"...mit der Einblendung dieser grossen Worte beginnt auch das Musikvideo vom heutigen Sofdy "It No Pretty". Was es damit auf sich hat, erklärt Gentleman in den ersten 100 Sekunden sowie in einem Interview mit der Jugendzeitung yaez:

 

Dein Song „It No pretty“ ist gerade Teil einer Anti-Gewalt-Kampagne geworden. Im Video wirst du in der U-Bahn zusammengeschlagen. Warum wolltest du diesen Song machen?

 

"Als Vater eines neunjährigen Sohnes hat mich das Thema sehr beschäftigt. Die Hemmschwelle der Gewalt wird immer geringer und das sehe ich schon in der Schule meines Sohnes. Früher hat man noch aufgehört,wenn jemand am Boden lag, heute fängt man dann erst richtig an. Ich denke einfach die Thematik, geht uns alles etwas an. Durch das Video un den Song eine Diskussion zu starten und thematisieren, ist gerade eine Chance, die ich als Musiker habe. Wir können alle mal Opfer werden und viele werden vielleicht auch mal Täter."

 

Es geht um das sog. Happy Slapping, bei dem Jugendliche auf Passanten, Mitschüler oder auch Lehrer einschlagen und dies zur späteren Veröffentlichung mitfilmen. Der Wikipedia-Artikel merkt hierzu an: "Es bleibt allerdings unklar, wie verbreitet solche Angriffe tatsächlich sind. Kritiker der medialen Berichterstattung wie der britische Kulturforscher Graham Barnfield meinen, dass es sich hierbei vor allem um ein Medienphänomen handele. Sie belegen das mit der geringen Anzahl der dokumentierten Übergriffe und kritisieren die Massenmedien, die Einzelfälle zu einem Massenphänomen hochzustilisieren und nicht immer objektiv darüber zu berichten."

 

So schwierig die Differenzierung bei Happy Slapping sein mag: Bei den Kopfhörern kann jedenfalls definitiv von einem Phänomen gesprochen werden. Habt Ihr schon einmal gezählt, wie viel Menschen mit Kopfhörern Ihr im Bus, Zug oder auf der Strasse allein an einem Tag begegnet seid?

 

Wozu dies im Extremfall führen kann, zeigte der tragische Tod eines kalifornischen Strand-Joggers mit iPod, der von einem zur Notlandung ansetzenden Flugzeug erfasst wurde, weil er es überhörte. Folglich haben Präventionskampagnen für entsprechende Laut- bzw. Leisestärken im Verkehr wie beispielsweise "Risiko raus!" ihre volle Berechtigung.  

 

Und wenn das Musikvideo "It No Pretty" dazu beiträgt, dass Reisende in der U-Bahn an der richtigen Stelle ihre Kopfhörer ablegen oder ihre Musik leiser machen, um einem anderen Menschen zuzuhören oder ihm zu helfen, dann sagt sich Gentleman bestimmt: That's pretty, Ladies and Gentlemen!

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