Mi
26
Mai
2010
Eine große Künstlerin hat uns verlassen. Danke Frau Rothenberger für die wunderschönen Stunden, die Sie uns bereitet haben.
Mit großer Trauer habe ich vom Tode von Fr. Rothenberger gehört. Für mich wird sie immer eine der großen lyrischen Sopranstimmen nach dem 2. Weltkrieg bleiben. Ihre silberne Stimme wird nie
verstummen!
Ich verneige mich!
Dies eine Momentaufnahme auf youtube in Form zweier Kommentare nach dem gestrigen bekanntwerden des Todes von Anneliese Rothenberger. Sie war am Montag nach kurzer Krankheit im Alter von 83 Jahren gestorben.
Sie wird als die "populärste weibliche Kunststimme der frühen Bundesrepublik" gehandelt, einen Überblick über ihre Karriere gibt der Fokus auf folgende Art und Weise:
Mit ihrem lyrischen, auffallend hellen Sopran brillierte sie nicht nur in Opernpartien von Mozart und Strauss, sondern auch im früher so beliebten, heute hingegen fast verschmähten
Operettenfach.
(...)
Begonnen hatte Rothenbergers große Karriere mit einer Gesangsausbildung während des Krieges an der Musikhochschule ihrer Heimatstadt, ein erstes Engagement in Koblenz folgte.
Ab 1948 machte sich die Sopranistin einen Namen an der Staatsoper Hamburg, weitere Stationen waren Düsseldorf, Wien, Salzburg und regelmäßige Auftritte an New Yorks Metropolitan Opera. Dort
feierte sie 1960 ein umjubeltes Debüt als Zdenka in der Oper „Arabella“ von Richard Strauss. Deutschlands Stimmpapst Jürgen Kesting bescheinigt in seinem Standardwerk „Die großen Stimmen“
Rothenberger „Professionalität“, doch merkt kritisch an, ihrem Singen fehle „Fülle, klangliche Variabilität, Verve, Leuchtkraft und jener virtuose Überschuss, der als Überfluss in die Gestaltung
eingehen kann.“
Das Opern- und Operettenpublikum hat das wenig gestört und der Frau bis zu ihrem Rücktritt von der Gesangskarriere 1989 die Treue gehalten.
Dass das Publikum sich also nicht an Technik orientiert, sondern vor allem nach dem Herzen geht, dass untermauert auch die folgende Aussage auf youtube:
Mich interessiert nicht, ob sie eine große, flache , silbrige oder was sonst für eine Stimme hat - sie berührt mein Herz.
Was ist sonst noch nötig?
Schöner und ehrlicher könnte man wohl kaum festhalten, um was es in der Musik geht. Insofern ist der Erfolg von Rothenberger und auch ihre Gabe und Einzigartikeit als Sängerin unumstritten.
Der heutige Sofdy Letzte Rose entstammt übrigens dem 2. Akt der Oper Martha von Friedrich von Flotow. Rothenberger singt hier an der Seite von Fritz Wunderlich.
Und so verneigen auch wir uns (um das Bild des eingangs zitierten youtube-Nutzers zu verwenden) vor einer großen Stimme und überreichen ihr sinnbildlich mit unserem heutigen Sofdy eine letzte Rose.