Sa
03
Jul
2010
Manche Songs machen uns so viel Spaß, dass wir sie euch am liebsten völlig unkommentiert auf dem Sofdy-Silbertablett servieren würden mit der Aufforderung, euch den Song einfach drei bis dreihundert Mal in voller Lautstärke reinzuziehen.
So auch im Falle von Joss Stones' heutigem Right to Be Wrong. Mit dieser Live-Performance macht sie ihrem Namen alle Ehre und hat spätestens seit heute einen Stein bei uns im Brett.
Tatsächlich treibt uns aber ein etwas ernsterer Beweggrund um, warum wir uns für diesen Song entschieden haben. Und zwar wurden wir beim Durchlesen diverser Schlagzeilen stutzig, als wir die eine lasen, in der es um's Mogeln bei der Fußball-WM ging. Bei allem Enthusiasmus über das derzeitge Sportspektakel in Südafrika äußert sich der Verfasser in dem entsprechenden Artikel in der Welt kritisch über das Thema Ehrlichkeit bzw. Unehrlichkeit auf dem Rasen und vor einem Millionenpublikum. Anlass dazu gibt ihm das nicht anerkannte Tor im Match England gegen Deutschland. Hätte der Torwart der deutschen Nationalmannschaft zu erkennen gegeben, dass er klar erkannt hatte, dass der Ball hinter der Linie gewesen war, hätte der Schiedsrichter seine Entscheidung evt. korrigieren können. So aber lief es auf ein Gewinnen um jeden Preis hinaus, so der Verfasser des Artikels. Ferner schreibt er:
Spieler sollten auf dem Spielfeld genauso wenig befreit sein von ethischer Kritik, wie sie es außerhalb des Spielfelds sind - etwa wenn sie leistungssteigernde Mittel einnehmen.
Sport ist heute ein harter Wettbewerb, bei dem viel Geld auf dem Spiel steht. Aber das kann nicht heißen, dass es unmöglich ist, ehrlich zu sein. 1996 bekam der Liverpool-Stürmer Robbie
Fowler einen Elfmeter, weil der Schiedsrichter glaubte, er sei vom Arsenal-Torwart gefoult worden. Fowler sagte dem Schiedsrichter, dass es kein Foul war, aber dieser bestand darauf, dass es
einen Elfmeter gibt. Daraufhin schoss ihn Fowler so, dass der Torhüter ihn halten konnte. Warum gibt es so wenige Beispiele für ein solches Verhalten bei Profifußballern? Vielleicht weil eine
Kultur der exzessiven Parteinahme ethische Werte verdrängt hat.
Wir haben das mal für euch recherchiert und die beschriebene Torszene gefunden (ab 2:17):
Ganz so fair, wie sie in dem Artikel beschrieben wird, fanden wir sie zwar nicht (immerhin kommt's am Ende doch zu einem Tor), aber spannend ist der Ansatz allemal.
Und so kamen wir auf die Idee mit unserem heutigen Sofdy, in dem es heißt: I've got a right to be wrong.
Natürlich steht es jedem zu, zu irren. Aber es steht auch jedem zu, das Richtige zu tun, wenn er weiß, was das Richtige ist. Und viel mehr noch: Vielleicht ist er sogar dazu verpflichtet:
Wir sollten es einfach nicht entschuldigen, wenn im Sport absichtlich betrogen wird. In gewisser Weise ist dies sogar schlimmer als ein Betrug im privaten Bereich. Denn gerade wenn Millionen Menschen zuschauen, wenn die entsprechenden Szenen per Video immer wiederholt und in Sportsendungen auseinandergenommen werden können - gerade dann ist es ganz besonders wichtig, das Richtige zu tun.
So die Bilanz des Artikels.
Wir sind nicht dafür bekannt, den Zeigefinger zu erheben, und so werden wir es auch heute nicht tun. Aber vielleicht können wir einen kleinen Denkanstoß bieten in Anbetracht der Tatsache, dass auch heute zwei WM-Spiele stattfinden werden (Argentinien - Deutschland um 16:00 Uhr; Paraguay - Spanien um 20:30 Uhr).
Zusammenfassend wollen wir mit dem heutigen Sofdy vor allem eines ausdrücken:
Mögen die Besseren gewinnen.
Und auch ganz wichtig: Viel Spaß beim Fußballgucken ;-) !