Fr
16
Jul
2010
"Ich kann einkaufen wollen, was ich will, im Endeffekt komme ich immer mit einem neuen Paar Schuhe (einem Berg von Schokolade, einer neuen CD...) aus dem Laden."
...zitiert Lisa Uplawski in ihrer Forschungsarbeit zum Thema Ich höre, also kauf' ich Verbraucher, die sich ähnlich wie Paolo Nutini neue Schuhe (New Shoes) oder anderen Krimskrams zulegen und dabei u. U. gar nicht wissen, wie ihnen geschieht.
Musiksoziologie, Musikpsychologie, Musikästhetik,...ganze Wissenschaften beschäftigen sich mit der Wirkung von Musik - auch im Bezug auf das Kaufverhalten. Wenn man sich damit beschäftigt, wie wenig in Kaufhäusern und Einkaufszentren dem Zufall überlassen ist, wenn es um die Musik geht, die teils im Hintergrund, teils sehr präsent oder teils kaum wahrnehmbar abgespielt wird, kann einem schon mal mulmig werden. So findet sich im Netz beispielsweise eine Referatsausarbeitung, die sich über 14 Seite hinweg mit der Kaufentscheidungen durch Musik am Beispiel des Klangkonzeptes der Mall of America beschäftigt. Wenn ihr da mal reinguckt, werdet ihr wissen, was wir mit mulmig meinen.
Wie ihr allein an diesen paar Abschnitten merkt, würde eine wissenschaftliche Ausführung der Schnittstelle zwischen Musik und Shopping viel zu weit führen und ganz abgesehen davon unsere Kompetenz übersteigen. Deswegen bieten wir euch am Ende unseres Newsletters ein paar interessante Links zur Lektüre und unterhalten euch ansonsten mit etwas leichterer Kost rund um das Thema Musik und Shopping.
Fangen wir gleich mit etwas ganz Naheliegendem an. Die Pet Shop Boys singen Shopping:
Das war dann wohl ein sog. No-Brainer. Ähnlich verhält es sich mit 50 Cent. Wie weit der wohl mit seinem halben Dollar kommt?
Immerhin bis in den Süßigkeitenladen. Oder, ähäm, was auch immer in dem Video da wirklich dargestellt wird...
Ob nun 50 Cent oder 50 Mio $, Geld allein macht nicht glücklich, wie auch schon Freddie Mercury wusste, als er davon sang, dass Money Can't Buy Happiness.
Und nicht nur, dass man Glück nicht kaufen kann, es kommt noch besser bzw. schlimmer: Auch Liebe lässt sich nicht (er)kaufen, wie auch schon die Beatles 1964 wussten oder zumindest sangen.
Geld ist eben nicht alles! Und so singt Billy Joel in seinem 1983 erschienenen Uptown Girl darüber, dass er auch ohne Perlkenketten und Luxus ein bestimmtes Mädchen beindrucken wird - früher oder später:
Uptown girl you know I can't afford to buy her pearls
but maybe someday when my ship comes in
she'll understand what kind of guy I've been and then I'll win
Und ein weiterer Mann an den Tasten hat sich hierzu Gedanken gemacht und gar ein Lied geschrieben, das er verschenkt.
I don't have much money but boy if I did
I'd buy a big house where we both could live
If I was a sculptor, but then again, no
Or a man who makes potions in a travelling show
I know it's not much but it's the best I can do
My gift is my song and this one's for you
And you can tell everybody this is your song
It may be quite simple but now that it's done
I hope you don't mind
I hope you don't mind that I put down in words
How wonderful life is while you're in the world
Musikalisches Shopping im Sinne von Komponieren stellen wir uns spannend vor. Vor allem die Vorstellung, dass man dabei nicht einmal die Kreditkarte zücken muss...
...zurück zum tatsächlichen Shopping!
Wie schön es klingen kann, wenn Kenny Rogers uns zum Kauf einer Rose inspiriert, könnt ihr hier hören:
So I bought you a rose (my love)
on the way home from work (my love)
To open the door to a heart that I hurt
And I hope you notice this look in my eyes
'Cause I'm gonna make things right for the rest of your life
Eine schön erzählte bzw. gesungene Geschichte eines Paares, das sich durch liebevolle Akzente wie das Kaufen und Mitbringen einer Rose wieder zusammenrauft. Mmmmh!
Das führt uns glatt zu der Feststellung, dass es gar nicht so sehr um die Frage geht, ob, was und für wen man etwas kauft (und womöglich auch nicht, welche Musik dabei im Hintergrund läuft), sondern vielmehr aus welchem Grund.
Und gerade da können uns unsere heutige Auswahl an Songs und die vielen weiteren Songs da draußen rund um das Thema Konsum ein wenig Aufschluss geben, wie auch der folgende Song von Mary J. Blige.
I don't need things that money buys. All I need is there in your eyes.
Ihr seht, wenn ihr unsere Auswahl an Songs beherzigt, könnt ihr dabei sogar noch eine ganze Menge Geld sparen!
Und wenn ihr euch mit der folgenden, eingangs versprochenen Lektüre befasst, vielleicht auch:
Muzak™ ist ein Markenname der Muzak Holdings LLC, eines 1934 gegründeten US-amerikanischen Unternehmens, das hauptsächlich für seine Gebrauchsmusik (z. B. Musikbeschallung von
Ladengeschäften) bekannt ist. Muzak ist eine lautlich veränderte Version des englischen Worts für Musik (music) und bezeichnet mittlerweile ganz allgemein die gewöhnlich in Fahrstühlen,
Kaufhäusern, Hotels und manchen Arbeitsumgebungen eingesetzte Hintergrundmusik. Oft auch als Kaufhausmusik oder Fahrstuhlmusik bezeichnet, wird der Begriff auch abwertend für besonders einfache
oder seichte Musik verwendet.
Es handelt sich dabei um funktionelle Musik, die vom Hörer unbewusst...mehr
Musiksoziologie ist die Anwendung und Entwicklung soziologischer Theorien und Methoden zur Erforschung musikalischer Umgehensweisen und Einstellungen, die als soziale
Entscheidungen und Handlungen verstanden werden.
Musiksoziologie versteht sich...mehr
Musikpsychologie gilt als Teilgebiet der Systematischen Musikwissenschaft und ist die Erforschung universeller Gesetzmäßigkeiten beim Musizieren und Musik hören mit den Methoden
der Psychologie.
Die grundlegenden Fragestellungen beschäftigen sich...mehr
Der Gegenstand der Musikästhetik ergibt sich aus der Definition der entsprechenden Disziplin der Philosophie: Seit der Konzeption durch A. G. Baumgarten beschäftigt sich die Ästhetik mit der sinnlichen Erkenntnis allgemein, mit der Erkenntnis von Kunst und Schönem im Besonderen und mit dem Verstehen und Bewerten von Kunstwerken im historischen Zusammenhang. Die Musikästhetik erforscht also musikalische (im weitesten Sinne akustische) Phänomene in diesen Zusammenhängen auf ihre Prinzipien und Kategorien...mehr
Wie ernst oder auch nicht ihr am Ende das Thema Musik und Shopping nehmt, ist natürlich völlig euch überlassen.
Fest steht: Musik zu kaufen ist ist nie ein Fehler, ganz gleich, ob ihr dies online tut oder im Plattenladen eures Vertrauens.
Wer Gefallen an dem ein oder anderen Song unseres Newsletters gefunden hat, kann sich diesen übrigens auf Grooveshark in bester Qualität reinziehen und ggf. zuschlagen (eine Liste aller Songs s. u.).
Viel Spaß beim Shoppen und Musikhören wünscht euch