So
25
Jul
2010
Wie viel Gefühl kann in einem Schlag(zeug) stecken? Die Antwort kommt von keinem Geringeren als Brian Blade, der beim heutigen Song of the Day "Jazz Crimes" einen musikalischen Schlagabtausch mit dem Tenor-Saxophonisten Joshua Redman und dem Keyboarder Sam Yahel liefert, wie man es sich für ein Live-Konzert nur wünschen kann.
Den Titel "Jazz Crimes" heute an Brian Blades' 40. Geburtstag Euch nicht zu präsentieren - das wäre tatsächlich ein Verbrechen bzw. (Jazz) Crime, wie ein nahezu überschwänglicher YouTube-Kommentar zu dem heutigen Sofdy bestätigt:
Wow to the utmost! This song is why I don't have kids...because there is no way way I will love them as much as this! This groove says all of the things I never knew I wanted to say..and everything I say in the future...will draw from this moment! We are honored to have lived in this moment with these Gods of groove!
Gut, dass die Generationen vor uns Kinder haben wollten! Sonst hätte es vielleicht erst gar nicht den heutigen groovigen Jazz gegeben, dessen Faszination Paul Kuhn auf die Frage, was ihm 1945 am Jazz gefallen habe, in Wort zu fassen versucht:
"Dass in dieser Musik etwas pulsiert, was wir in Europa bis dahin nicht kannten. Dass Jazz so »live« ist wie keine andere Musik und ein Gefühl der Freiheit vermittelt."
Ein solches Live-Gefühl wollten gestern auch die Besucher der Loveparade in Duisburg erleben. Dass es dann bei einer Massenpanik mehrere Tote gab, warf einen grossen Schatten auf die grösste Tanzveranstaltung der Welt mit etwa zwölf Millionen Besuchern seit ihrer Gründung im Jahre 1989.
Mit Sicherheit ist es auch im Sinne von Brian Blade, wenn der heutige Sofdy einschliesslich seinem u.g. Schlagzeug-Solo den Opfern und Leidtragenden der Loveparade 2010 gewidmet ist, bei deren Abschlussveranstaltung DJ David Guetta, den wir mit dem gestrigen Sofdy "Memories" vorstellten, auflegte.
Bestimmt hat er gemeinsam mit den anderen Künstlern mit dem entsprechenden musikalischen Feingefühl dafür gesorgt, dass die diesjährige Loveparade mit dem Motto The Art of Love mit einem für alle Betroffenen würdevollen Abschluss in Erinnerung bleibt. Bei dem Song "Getting Over" von David Guetta (siehe YouTube-Video weiter unten) heisst es an einer Stelle:
All the things I know right now, if I only knew back then, there's no gettin' over, there's no gettin' over, there's just no getting over you.