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Sa

16

Okt

2010

Sixties, Drugs, and Rock'n Roll

Mit dem heutigen Newsletter wollen wir Euch eine neue Kolumne vorstellen: TOP Sigrid erscheint ab sofort wöchentlich unter www.musikdach.de/top-sigrid.

Hier werdet Ihr von mir, Eurer Musikdach-Redakteurin Sigrid, zu verschiedenen Streifzügen quer durch die Musikgeschichte mitgenommen, bei der schonungslos alles, was „top secret“ ist, aufgedeckt wird ;) . Wir stoßen Euch auf revolutionierende Ereignisse, solche zum Beispiel aufgrund der Tatsache, dass in deutschen Wohnzimmern vor 60 Jahren das Fernsehen Einzug hielt und fortan mit Musiksendungen ein noch größeres Publikum erreichte.

Bis dahin hatten sich musikalische Revolutionen live und im Radio abgespielt. Nun jedoch musste nicht mehr vor den Radios gekauert werden, um Elvis Presley und die Beatles mit den Ohren zu verschlingen, sondern man konnte seine Idole dazu in Aktion sehen. In schwarz-weiß, ein großartiges Feeling – bewegte und bewegende Musik(er)!

In den Zeitraum, da das Fernsehen das Licht der Welt erblickte, fielen auch die Geburten von sehr vielen Musikern, die dem 20sten Jahrhundert ihren ganz eigenen Stempel aufdrückten. Sie haben von den Großvätern der Musik gelernt, sich inspirieren lassen und ihren eigenen Weg gesucht... und gefunden. Sie haben unseren Musikgeschmack geprägt. Es macht einfach Spaß, diese älteren Herren mal genauer unter die Lupe zu nehmen...

Da haben wir zum Beispiel die Traveling Wilburys (siehe auch ihr Video zu Handle With Care zu Beginn des Newsletters), als da wären:
George Harrison, Jeff Lynne, Roy Orbison, Tom Petty and Bob Dylan, begleitet von Drummer Jim Keltner.  Die Band nahm zwei Alben auf (1988–1990), obwohl Roy Orbison starb, bevor das zweite Album fertig wurde.

 

Sie wie viele andere gehören zum musikalischen Urgestein; sie sind Größen, an denen sich junge Musiker orientieren und messen. Sie sind mittlerweile Großväter, auf die ihre Enkel stolz sind. Sie haben einzigartige Musikgeschichte geschrieben, wie zum Beispiel die Eagles:

oder Bob Seger. Hier sein Song Old Time Rock and Roll, der zum Soundtrack vom Tom-Cruise-Streifen Risky Business (1983) gehört:

...und kein Geringerer als Alf fand den Titel so gut, dass er das Wohnzimmer der Tanners vor Begeisterung auf den Kopf stellte.

 

Einige der musikalischen Könner mit den grauen Schläfen haben den Durchbruch sowohl mit ihrer Band als auch als Solokünstler geschafft und gehalten. Mag es in jungen Jahren um entweder-oder gegangen sein, so hat das Leben dem einen oder anderen das Leben gezeigt, dass das Geheimnis auch im Sowohl-Als-Auch liegen kann – zu unser aller Freude. Don Henley und Glenn Frey zum Beispiel sind als Eagles genauso unverzichtbar wie als Solokünstler.

Viele von diesen älteren Herren sind inzwischen um die 60, dabei gehe ich zunächst nicht auf die älteste Boy Group, die Rolling Stones, ein. Auffallend viele aus der Musikwelt und dem Show Business sind in diesem Jahr 60 geworden, nicht nur Peter Maffay und Thomas Gottschalk. Da sind Sting, Mike Rutherford, Glenn Frey, Don Henley und so weiter.. demnächst mehr...

Kennt Ihr Seals & Crofts?

Diese Jungs sind vergleichbar mit gutem Wein, unsere Sixties. Mit den Jahren, mit den Jahrzehnten sind sie immer besser, immer reifer geworden, haben volleres, runderes Bouquet bekommen, fast perfekt. YouTube ist für mich ein Weinkeller. Beste Weine finde ich dort. Fast verliere ich mich  beim Anklicken, beim Degustieren. Ich kann kaum genug davon bekommen (allerdings sind manche Regale – hoffentlich nur zeitweise – mit 'nem Vorhängeschloss zu).

Wenn Ihr Euch die Suche macht, passt auf! Es besteht auch hier Suchtgefahr!Von einem Video klicke ich mich zum nächsten. Ach ja! Das ist doch kürzlich gecovert worden! Guck mal an, das wissen viele vielleicht gar nicht – wann dieser Song entstanden ist, und wer ihn komponiert hat...zum Beispiel die herabregnenden Männer von den Wheather Girls:

Was hat doch meine (!) Generation für musikalische Helden und Heldinnen hervorgebracht (von Mädels gibt es demnächst auch jede Menge zu erzählen)! Ich bin stolz auf Euch, Jungs! Auf Euch musikalische  Giganten, wie sie die Musikgeschichte vielleicht nur ein einziges Mal hervorbringen kann. Ihr seid Pioniere eines einzigartigen Auf- und Durchbruchs im 20sten Jahrhundert, dies- und jenseits des Ozeans! Genau! Eure musikalischen Meisterleistungen klingen nicht nur ins 21ste Jahrhundert hinein und hinüber...

Beginnen möchte ich mein Schwelgen und Schwärmen mit Don Henley, einfach weil mir danach ist. Ich hoffe, Ihr seid einverstanden. Mit Don Henley anzufangen, hat also nur was mit meiner derzeitigen Stimmung zu tun. Denn: meine Liste der Musiker, die ich im selben Atemzug nennen kann, ist immens lang. Ihr könnt Euch also auf einiges gefasst machen!

Wermutstropfen ist für uns, dass wir Euch leider nicht die ursprünglich recherchierten Musik-Videos zeigen können. Die meisten von ihnen sind zwischenzeitlich von Youtube gesperrt worden. Die Urheberrechte – Ihr wisst ja...

Don Henley zog 1970 von Texas nach Los Angeles und nahm mit seiner früheren Band Shiloh ein Album auf. Er traf in L.A. auf Glenn Frey, mit dem er zunächst gemeinsam in der Begleitband von Linda Ronstadt spielte. 1971 gründeten die beiden – endlich! - die EAGLES und gaben 1972 ihr erstes Album heraus. Die Band trennte sich 1980. Offensichtlich auch, weil die meisten Hits, die die Eagles hatten, entweder ganz oder zum Teil aus der Feder von Don Henley stammten, startete er seine Solokarriere. „Hotel California“ dürfte den meisten Musikliebhabern bekannt sein.


Henleys erstes Soloalbum erschien 1982. Es verkaufte sich nur mäßig, aber das zweite Album, zwei Jahre später, schlug ein. Der Song „Boys of Summer“ wurde zum Beispiel ein Hit. Zwar hatte Henley ihn nicht selbst komponiert, das hatte Mike Campbell gemacht, aber der Text stammte von ihm. Henleys nächstes Album erschien erst 1989. Wieder ein Erfolg, besonders der Titelsong „The End of The Innocence“.


Danach folgte eine lange Pause und die Wiedervereinigung der Eagles – endlich! 1995 erschien ihr Greatest-Hits-Album.  Im Jahr 2000 dann wiederum ein Soloalbum von Don Henley solo. Seine heisere Gesangsstimme ist einfach zu besonders!  
Don Henley ist ein engagierter Umweltschützer. Er gründete das Caddo Lake Institute, das Umwelterziehung und -forschung fördert. Wikipedia weiß, dass das Caddo Lake Institute die Feuchtgebiete von Texas schützen hilft, wo Henley einen großen Teil seiner Kindheit verbrachte.
Don Henley wohnt übrigens in direkter Nachbarschaft zu Thomas Gottschalk, auf einer Farm in Malibu, und in Dallas.


TOP Sigrid – das war also die „Einstiegsdroge“ in Sachen Sixties, Drugs, and Rock'n Roll. Lust auf mehr? Dann tschüss bis nächste Woche!

 

Ich freue mich riesig und rockig über Euer Feedback. Also los, ran an die Tastaturen Eurer Notebooks! Schreibt an top-sigrid@musikdach.de.

 

Eure TOP

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