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Sa

11

Dez

2010

Flötentöne

Kennt Ihr die Drohung: "Dir werde ich die Flötentöne schon noch beibringen!"? Nie gehört? Ich schon. Bei einem Wildfang, der ich als Kind war, war das wohl der Versuch einer Zähmung. Netter Versuch! 

Später verband ich mit Flötentönen eher sphärische Klänge, himmlische Töne. Geburtshelfer bei derlei musikalischen Wahrnehmungen waren.., nein, keine Drogen, sondern musikalische Vertreter, die solch sphärische Instrumente beherrschten.

Auch wenn Ihr jetzt anfangt zu lachen - ich habe mir 1972, als ich das erste Mal in England war, in einem Londoner Kaufhaus eine LP (Langspielplatte) von den Royal Scots Dragoon Guards gekauft, weil mich diese Dudelsäcke einfach fasziniert haben. Über den Kaufhaus-Lautsprecher - kann sogar sein, dass es das Harrod's war - hörte ich dieses Amazing Grace, machte die Schallplatten-Abteilung ausfindig und kaufte die Scheibe.

Ihr müsst es Euch ja nicht anhören, wenn Ihr nicht wollt. Aber vorstellen möchte ich Euch die Dudelsack-Profis doch, denn sie haben seinerzeit immerhin die Charts gestürmt:

Damit komme ich aber auch schon zu meinen flötistischen Favoriten, zu Jethro Tull. Und da ich natürlich - wie viele meines Jahrgangs - gesellschaftskritisch unterwegs war, liebte ich die Texte von Jethro Tull.

Das erste Album, das ich von ihnen erstand, war Thick As A Brick, in dem das Establishment ordentlich was auf die Mütze bekommt. Ich habe es rauf- und runtergehört, bis meine Mutter mit ihren Schimpfkaskaden lauter wurde als Ian Anderson's Flöte.

Zweimal habe ich diesen unglaublichen Flötisten live erlebt. Das erste Mal in der Düsseldorfer Philipshalle, Anfang der 70er Jahre, und dann 25 Jahre später im Gießener Waldstadion, unnachahmlich, unvergesslich, unbeschreiblich.

 

Der Flötenvirtuose, der in den heißen Phasen seiner Soli auf einem Bein hüpfend sein Instrument malträtierte, zeigte auch 1988 keinerlei Ermüdungserscheinungen, bis ihn Sanitäter (natürlich als Teil der Show) auf eine Bahre zwangen und ihn von der Bühne trugen.

Um Eure Anregungen aufzugreifen, werde ich mich heute getreu dem Motto "Weniger ist mehr" beschränken auf Sahnehäubchen bis -hauben.

In diesem Sinne komme ich unvermittelt zu weiteren Besonderen der Musikgeschichte, zu diesen Herren hier:

Die niederländische Gruppe Focus begeisterte leider nur wenige Jahre die Musikwelt, dafür aber umso nachhaltiger. Noch nicht überzeugt? Wie wär's hiermit:

Dann möchte ich Euch diese Gruppe vorstellen oder in Erinnerung bringen - Ekseption, ebenfalls aus unserem niederländischen Nachbarland. Das Klaviersolo hat mich damals tage-, wochenlang begleitet und mich zu Überlegungen verführt, ob ich das Klavierspielen erlernen sollte.

Ich bin beim Hören geblieben und bei der Bewunderung für die, die es können, und Rick van der Lindens Virtuosität war und bleibt eine sehr besondere. Oder wie seht Ihr das?

Zum Abschluss ein paar modernere Flötentöne, dafür aber attraktiv und sexy.  Hier sind die Corrs - ich weiß, ich wiederhole mich, aber diese Flöte ist doch einfach zu schön..., und es lohnt sich, in diesen herrlichen irischen Song reinzuhören, finde ich. Und damit verabschiede ich mich bis nächste Woche

 

- Eure top-sigrid@musikdach.de -

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