Di
28
Dez
2010
Wie Rosen, die als Ausdruck von Zuneigung und Abschiedsschmerz in ein Grab geworfen werden, muten die vielen "Rest in Peace, Teena" oder "RIP, Lady T" Kommentare auf Youtube an, die Soul-Fans aus der ganzen Welt für jene Teena Marie hinterlassen, die als "Die erste Weiße bei Motown" (Welt online) in die Musikgeschichte einging.
Während über die Todesursache bisher nur bekannt ist, dass sie eine natürliche war, steht fest, dass Mary Christine Brockert die (Musik-) Welt mit ihren gerade einmal 54 Jahren am 26. Dezember unerwartet jung verlassen hat.
Motown soll bei der Veröffentlichung ihrer ersten Platte Ende der 70-er auf ein Foto verzichtet haben, um ihre Hautfarbe zu verheimlichen. "I wish I was colorless", wird die Sängerin, Gitarristin, Komponistin und Produzentin oft zitiert. Nicht aber ihre Hautfarbe war im Verlauf ihres musikalischen Werdegangs entscheidend, sondern ihre Stimme, und die bescherte ihr mit Songs wie Square Biz (1981), Lovergirl (1984) und Ooo La La La (1988) weltweite Erfolge. Bis zuletzt erzielten ihre Alben beachtliche Chart-Platzierungen.
Nicht nur Musikgeschichte, sondern auch amerikanische Rechtsgeschichte schrieb Lady T, wie die Soulsängerin auch genannt wurde: Vor dem Wechsel vom Label Motown zum Label Epic Anfang der 80-er kam es zu einem Verfahren, aus dem das "Teena Marie Law" resultierte. Demnach darf ein Label einen Künstler nicht unter Vertrag halten, wenn es keine Veröffentlichungen gibt.
In Erinnerung bleiben wird sie der Welt aber vor allem mit ihrer Musik: Soul-Musik, die eben diesen Namen verdient, wie auch die folgende Interpretation der Gospel-Hymne His Eye is on the Sparrow eindrucksvoll unter Beweis stellt:
I sing because I'm happy,
I sing because I'm free;
For His eye is on the sparrow,
And I know He watches me.
Und das war sie - unsere Rose für Teena.