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Sa

22

Jan

2011

Wunder gibt es immer wieder

Wunder gibt es immer wieder, heute oder morgen können sie gescheh'n..., so sang sich 1970 Katja Ebstein in die Herzen der deutschen Fernsehzuschauer und erreichte damit immerhin einen beachtlichen dritten Platz beim Grand Prix Eurovision de la Chanson, dem europaweiten Gesangsereignis, das heute Eurovision Song Contest heißt.

 

Was gesungen viel leichter daherkommt, als es oft tatsächlich wahrgenommen werden kann, das ist das kleine oder auch manchmal große Wunder. Im Alltagsgeschehen, in der beruflichen Hektik oder im Freizeitstress, da bekommen wir oft gar nicht mit, wie wundersam so manches ist, was um uns herum geschieht. Da möchten wir doch glatt Antoine de Saint-Exupéry zitieren: Man sieht nur mit dem Herzen gut; das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.

So lässt er es seinen Kleinen Prinzen sagen.

 

Wie lassen sich diese vermeintlichen Alltagswunder zurück verfolgen? Oft beginnt es so: Da hatte jemand eine Inspiration, eine Idee, wurde von ihr angetrieben und glaubte fest an sie - wir alle lieben diese Geschichten, wenn sie uns filmisch aufbereitet als Hollywood-Streifen serviert werden.

 

Aber was ist, wenn sowas um uns herum geschieht? Bekommen wir mit, wenn jemand für seine Idee bereit ist, sich der Lächerlichkeit preiszugeben? Dieser Jemand bleibt beharrlich, und irgendwann erscheint das Ergebnis als so selbstverständlich, dass wir genauer hinschauen müssen, um das Wunder darin zu erkennen.

 

Auf diese gar nicht so selbstverständlichen "Ergebnisse", die zustande kamen, weil es Visionäre gibt - darauf wollen wir heute unser Augenmerk richten. Einverstanden? Okay, dann schau'n wir uns mal um...

Ein Konzertpianist, der in den großen Konzertsälen der Welt vor großem Publikum bewiesen hatte, was er kann, spürte den Wunsch, mit seiner Musik, seiner Liebe zur Musik nicht nur denjenigen etwas zu geben, die sich Eintrittskarten für die Konzertsäle leisten können.

 

Stefan Schmidt ging auf die Straße zu vielen Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben, und konnte mehr Leute motivieren, beim Straßenchor mitzumachen, als er es für möglich gehalten hatte. Schaut, was daraus wurde!

Hier das Original von Nena & Friends. Nena trat übrigens im Sommer 2010 als Überraschungsgast in der Carmen-Nebel-Sendung auf, in der der Straßenchor seinen ersten Fernsehauftritt hatte. Ein echter Ritterschlag für den ungewöhnlichen Chor!

Von einem ähnlich wundersamen Chor, dessen Mitglieder aus Sängerinnen und Sängern besteht, die alle älter als 70 sind, handelt der gleichnamige Film, der 2007 weltweit sehr viel Aufsehen erregte: Young @ Heart.

 

Dirigent Bob Cilman wurde sicher 1982, als er den Chor zusammenstellte, von vielen für verrückt erklärt, als er seiner Idee nachging, mit älteren Menschen ein modernes Repertoire einzustudieren und mit ihnen sogar auf Tournee zu gehen.

Und nun möchten wir Euch noch Gustavo Dudamel vorstellen, einen jungen Dirigenten aus Venezuela und mit besonderem Hintergrund. Es mutet wie ein Wunder an, dass dieser begabte Musiker aus eher ärmlichen Verhältnissen eine so steile Karriere machte.

 

Dudamel ist zu einer Symbolfigur geworden für eine staatlich geförderte Initiative, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, vor allem Kinder aus schlechten sozialen Verhältnissen an Musik heranzuführen und ihnen zu ermöglichen, ein Instrument zu erlernen.

 

Eine Dokumentation über Dudamel brachte der SWR unter dem bezeichnenden Titel: Das Musikwunder von Caracas. Vom Armenviertel in den Konzertsaal. Dokumentation, Deutschland, 2007, 30 Min., Regie: Peter Puhlmann, Produktion: SWR.

Hier noch ein Wunder, das durch technische Möglichkeiten, über die wir heute verfügen, zustandekam. Auch hier hatte einer, nämlich Eric Whitacre, eine verrückte Idee, und was dabei herauskam, seht und hört selbst (wurde auch schon zum Sofdy gekürt).

Dann lassen wir zum Schluss Mike & The Mechanics zu Wort kommen. Sie fassen zusammen, was jeden einzelnen von uns dann und wann bewegt.

 

Wir brauchen manchmal einfach ein Wunder, um durch den Tag oder die Woche zu kommen, oder?

Hoffen wir, dass wir dieses Wunder dann und wann tatsächlich erleben dürfen, und - vor allem! -, dass wir es auch sehen!

 

In diesem Sinne eine wunderreiche Woche - tschüss - Eure

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