Di
01
Feb
2011
So kann's gehen - eigentlich hatten wir längst einen Sofdy für heute in der Röhre, da erreichte uns die Meldung über den Tod von Filmkomponist John Barry, der vorgestern im Alter von 77 Jahren nach langer Krankheit einem Herzanfall erlag. Wenige Klicks später waren wir uns sicher, dass wir für ihn alles stehen und liegen lassen sollten und dabei auch gerne unsere ursprünglichen Pläne für den heutigen Sofdy über den Haufen werfen würden.
Wir verstehen uns ja gar nicht so sehr als Journalisten, die redaktionelle Beiträge und Musik-Rezensionen schreiben, sondern vor allem als Jäger und Sammler. Wenn ihr so wollt, jagen, sammeln und reihen wir Musik-Perlen im Internet für euch aneinander - sei es in Form von Videos oder in Form von klugen Sachen, die andere geschrieben haben.
Im Falle von Barry z. B. fanden wir in der Zeit (Musik im Dienste seiner Majestät) ein paar sehr zitierenswerte Zeilen:
Zu seiner Musik sprang James Bond aus fahrenden Zügen, und Kevin Costner ritt durch die Prärie.
[...]
Was macht einen James-Bond-Film zum James-Bond-Film? Sean Connery kann es nicht sein, der hat nicht mal in der Hälfte mitgespielt. Die Schießkugelschreiber und Unterwasserhelikopter, die Tüftler Q für 007 bastelt? Die geschüttelten Martinis? Die Verfolgungsjagden? Die Frauen? Alles nichts ohne die Musik.
Was mit "Alles nichts ohne die Musik." gemeint sein könnte, wollen wir an folgendem kleinen Experiment veranschaulichen (bzw. veranhörlichen). Hierzu dreht eure Lautsprecher auf lautlos und guckt euch die beiden folgenden Videos an:
Und nun, wenn ihr mögt, das Ganze nochmal - diesmal mit Ton.
Ihr wisst längst, worauf wir hinauswollen: Wenn auch nur ansatzweise, so bekommt man auf diese Weise doch eine Ahnung, was dieser Mann geschaffen hat und der Welt als musikalisches Erbe hinterlässt.
Tatsächlich war Barry einer der erfolgreichsten britischen Filmkomponisten und Arrangeure des 20. Jahrhunderts und Gewinner zahlreicher Filmpreise, darunter fünf Oscars (zwei für Frei geboren – Die Königin der Wildnis, je einen für Der Löwe im Winter, Jenseits von Afrika und Der mit dem Wolf tanzt). Besondere Popularität erlangten jedoch seine Kompositionen für die James-Bond-Filmreihe, zu denen auch unser heutiger Sofdy Goldfinger zählt und mit denen er seine kompositorischen Goldfinger bewies (in obiger Version übrigens gesungen von Shirley Bassey). Mancher spricht gar davon, Barry sei der "Vater von James Bond" gewesen (becker & heller).
Besonders gut gefällt uns an unserem heutigen Sofdy, dass John Barry hier selbst als Dirigent in Erscheinung tritt. Und genau so möchten wir ihn in Erinnerung behalten - als den mit den Goldfingern, der in der Musik aufging und Großes schuf.