Sa
26
Feb
2011
Crossover... der Begriff scheint Konjunktur zu haben. Er begegnet uns immer öfter, und mit ihm Musiker, die die Grenzen zwischen Unterhaltungsmusik und Klassik überschreiten.
Crossover können sich nur echte Könner ihres Fachs wirklich leisten, aber selbst dann bleibt es immer noch risikobehaftet, denn nicht selten nehmen es die Fans übel, wenn einer, den sie für seine hervorragenden Klassik-Interpretationen lieben, plötzlich im profanen Unterhaltungsmusikbereich "wildert", also "über Kreuz" musiziert.
Es gibt Länder, in denen längst nicht so strikt getrennt wird zwischen E-, U- und F-Musik, also ernster, Unterhaltungs- und funktionaler Musik (Film- und Kirchenmusik zum Beispiel), wie es in Deutschland gehandhabt wird. Die Diskussion über diese Unterscheidung...
...bezieht sich weitestgehend auf Klassifizierungen durch Verwertungsgesellschaften, also auf rein wirtschaftliche Aspekte, die selten künstlerische Gesichtspunkte enthalten. Beispielsweise hat die GEMA Formulare, nach denen die Musikbeispiele, die in einem Vortrag benutzt werden, unter „Unterhaltung“ abgerechnet werden, egal welcher Musikrichtung sie entnommen wurden.
Der künstlerische Gehalt wird in der Kunst- oder Musikphilosophie oder der Ästhetik untersucht. Der Komponist, Philosoph und Soziologe Theodor W. Adorno hat hierzu die entscheidenden Beiträge verfasst, zum Teil schon während seines Exils in den USA und unter Berücksichtigung der populären Musik dort. In seinen Schriften tauchen die Begriffe U-, E- und F-Musik jedoch nicht auf. Er untersucht das Verhältnis von Qualität und Nachfrage, von Gebrauchskontexten, unterscheidet „hohe“ und "niedere" Musik... (Quelle: Wikipedia).
Einer der ersten, die den Spagat wagten zwischen den verschiedenen Musik-Genres, war Peter Hofmann. Er
musste seine Gesangskarriere leider viel zu früh wegen einer Parkinson-Erkrankung aufgeben und starb im vergangenen Jahr. Hier unser Sofdy aus diesem Anlass.
Hier die andere Seite des Tenors und Rocksängers.
Ein ebenso besonderer, charismatischer Sänger ist der italienische Tenor Andrea Bocelli. Ich erinnere mich sehr gut daran, als ich ihn zum ersten Mal im Radio hörte.Die Stimme hat mich aufhorchen lassen. Ich konnte nicht genau sagen, was es war, aber etwas in ihr erreichte mich mehr als Vergleichbares.
Bislang konnte Bocelli seine Alben über 70 Millionen Mal verkaufen. Er ist der Tenor, der bisher die meisten Tonträger weltweit verkauft hat, und zählt zu den erfolgreichsten italienischen Sängern, die sich auch international profilieren konnten, wofür er mehrere Auszeichnungen erhielt.
Zunächst sang Bocelli hauptsächlich Pop wie in den Alben Bocelli (1995) und Romanza (1997). Ab den späten 1990er-Jahren veröffentlichte er auch Alben mit klassischem Schwerpunkt, beispielsweise in Alben wie Aria - The Opera Album im Jahre 1998 und Verdi von 2001, in denen er Arien aus Opern sang, die er später auch aufnahm. Zu dieser Zeit bereiste er erstmals die Vereinigten Staaten, wo ihm hohe Platzierungen seiner Alben in den Billboard Charts gelangen. (Quelle: Wikipedia)
Hier hören wir ihn gemeinsam mit Anna Netrebko mit einem Trinklied aus La Traviata, einer Oper von Giuseppe Verdi.
Der Song Time To Say Goodbye hat ja ganz eigene Musikgeschichte geschrieben...
Eine Musikerin, die zwar der Klassik treu geblieben ist, aber viele, viele Menschen begeistert und mitreißt, die sonst eher weniger dafür zu begeistern sind, ist Sol Gabetta. Die überschäumende Liebe zu ihrem Instrument und zu den Komponisten, deren Kompositionen sie neu(zeitlich)en Glanz verleiht - einfach ansteckend!
Eine sehr beeindruckende Frau und Sopranistin ist Montserrat Caballé. Auch Nicht-Opern-Fans äußern sich besonders begeistert über ihr O mio babbino caro, einer Arie aus Puccinis einaktiger Oper Gianni Scicchi.
...Schwerpunkte ihres umfangreichen Repertoires bilden vor allem die Opern von Rossini, Donizetti und Bellini, aber auch von Verdi und Puccini. Merkmale ihrer lyrischen Stimme sind sinnliche Schönheit und ein außerordentliches Piano.
...Dem an Rockmusik interessierten Publikum ist sie durch den Song Barcelona zu den Olympischen Spielen von Barcelona 1992 bekannt geworden. Es ist ein Stück aus dem gleichnamigen Album, das 1987 gemeinsam mit Freddie Mercury aufgenommen wurde. Das Album entstand aufgrund einer Initiative von Freddie Mercury, der ein Bewunderer von ihr war. Auf ihr Bitten schrieb Mercury ein Stück über ihre Heimatstadt Barcelona, das erstmals am 29. Mai 1987 auf Ibiza aufgeführt wurde. (Quelle: Wikipedia)
Leider sind bei YouTube nicht viele Clips mit bewegten Bildern in akzeptabler Qualität verfügbar. Deshalb haben wir uns für diesen Clip hier entschieden, in dem der Unvergessliche von Queen und die Sopran-Queen gemeinsam auf der Bühne stehen.
Neues Terrain betraten seinerzeit auch The Ten Tenors aus Australien. Sie verstehen sich nicht nur musikalisch ausgezeichnet, sondern auch auf's komische Fach.
Sie nehmen die Musik sehr ernst, aber nicht unbedingt sich selbst uneingeschränkt, verrät Wikipedia.
Die Kommentare bei YouTube reichen von völliger Begeisterung bis hin zu kompletter Ablehnung, weil sich zehn Tenöre "anmaßen", zum Beispiel ihre drei musikalischen Helden von Staying Alive zu covern. Geschmackssache...
Sie sind nur zu viert, aber in den letzten Jahren ebenfalls sehr erfolgreich unterwegs:
Il Divo. Ihren internationalen Durchbrauch hatten die vier "Göttlichen" mit einem Auftritt bei der Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland, gemeinsam mit Toni Braxton und haben seither ordentlich Fahrt aufgenommen.
Ja, und - last not least - der als bester Geiger der Welt gehandelte David Garrett. Hier ein Video-Clip aus seiner elektronischen Pressemappe, kurz EPK.
Er war im Dezember schon einmal unser Sofdy-King..., denn kaum ein Musiker hat es wie er geschafft, mit einem Klassik-verschriebenen Instrument wie der Geige die Menschen, ja, die Massen zu rocken, ein moderner Klassiker oder gar ein Klassik-Rocker.
Im Gegensatz zu einigen anderen, die sich an Songs anderer nahezu vergreifen, wenn sie covern, verhilft er vielen Songs, die wir kennen und lieben, zu einer weiteren, neuen Brillianz. Das macht er einfach brilliant, finden wir. Wie seht Ihr das? Ihr wisst ja: Sigrid@sofdy.com.
...und hier - zum Abschluss - seine Hommage, seine tiefe musikalische Verbeugung vor Michael Jackson, live und anmoderiert von Günther Jauch.
Ach, eine Sache noch:
Ihr habt hoffentlich bemerkt, dass wir beim Sofdy es sehr genau nehmen mit der Kennzeichnung von Textpassagen, die nicht aus unserer eigenen kreativen Feder stammen. Alles, was aus anderen Quellen stammt, ist bei uns kursiv, also schräg, zu lesen, und wir benennen die Quellen. Alles andere fänden wir schräg.
Damit verabschiede ich mich bis zur nächsten Woche und sage "Tschüss"!
Eure