Fr
26
Aug
2011
"Sophie singen zu hören, ist gleichzeitig wie in ein Samtlaken eingewickelt zu sein und auf den Boden geholt zu werden; im Grunde eine Beschreibung des Himmels auf Erden."
(Anton Corbijn)
(Quelle: Amazon bzw. blogbook.ch)
...fanden wir gestern im Zuge unserer Recherche über die Urheberin unseres heutigen Sofdys Dreamer heraus. Uschi sei Dank, dass wir nun in den Genuss dieses "Samtlakens" kommen.
Zugegeben, mit Sophie Zelmani hatten wir bis dato noch nicht allzu viel am Hut. Damit scheinen wir jedoch nicht alleine dazustehen, denn der Wikipedia-Artikel über die schwedische Sängerin bzw. Musikerin fällt vergleichsweise mager aus. Wenn wir von "mager" sprechen, dann meinen wir damit den folgenden Artikel, der so auf Wikipedia zu finden ist:
Sophie Zelmani wuchs in einem Vorort von Stockholm auf. Bereits als Teenager schrieb sie eigene Musik. Als sie mit zwanzig ein Demotape an diverse Labels versandte, bekam sie umgehend einen Plattenvertrag. Bereits ihr Debütalbum war in Schweden sehr erfolgreich, bald auch in ganz Europa sowie in Japan. Mit ihrem zweiten Album war sie auch in den USA erfolgreich. Zelmani lebt heute zurückgezogen auf einer schwedischen Insel. Sowohl Interviews als auch Konzerte gibt sie relativ selten. Sie ist verheiratet und hat mit ihrem Mann eine Tochter.
Lebendiger und informativer ist da eine Rezension, die wir zu der Compilation Decade of dreams 1995-2005 fanden, der auch unser heutiger Sofdy entnommen ist. Normalerweise gehen wir vorsichtig mit dem Zitieren langer Textpassagen um, aber in diesem Falle möchten wir eine Ausnahme machen, weil der Text einfach so gut geschrieben ist und eine Musikerin vorstellt, die vielleicht zu den Hidden Champions in der Musikbranchen gehört:
Sophies musikalischer Background sind Bob Dylan, Leonard Cohen und Konsorten, welche früher in ihrem Stammlokal rauf und runter liefen.
Die Kompositionen sind reduziert, still, melancholisch und geheimnisvoll.
Mit einer sanften, beinahe hauchenden Stimme vorgetragene countryeske Pop-Balladen. In einem Wort - zauberhaft.
Anfang der 90-er Jahre, Stockholmer Vorort.
Um die 20 Jahre alt, komponiert Sophie und lebt von Gelegenheitsjobs.
Job als "Go-for" in einem Tonstudio.
Heimlich kann sie dort nächtens mithilfe eines Freundes ein paar Lieder aufnehmen.
"Deine Songs sind so langweilig, die kannst du niemandem zumuten", meinte der Freund von Sophie zwar damals.
Das Tape wurde trotzdem versendet - zum Glück.
Lasse Halapi von Sony produzierte 1996 ihr erstes Album "Sophie Zelmani".
"Die meisten Stücke des ersten Albums waren Songs, die ich geschrieben hatte, als ich so um die sechzehn war."
Eine reife Leistung.
Der Lohn - eine Goldene Schallplatte und ein schwedischer Grammy.
Es folgten 4 weitere grossartige Alben bis heute. Von der Kritik zwar geliebt, schaffte sie allerdings den grossen internationalen Durchbruch nie.
Wenn man da z.B. an die grossen Erfolge von Norah Jones denkt, ist das eigentllich unverständlich.
Es liegt wohl vorallem daran, dass die scheue Sophie vielmehr Musikerin als grosses Showgirl ist.
Anfangs tat sie sich dann auch sehr schwer mit den Mechanismen des Showbiz.
"Fotosessions, Interviews und andere Begleiterscheinungen des Musikerlebens stehen in meiner Hitparade der Albträume ziemlich weit oben. In meinem ganzen Leben habe ich noch nie so viel
geredet. Es war bizarr."
Lieber bleibt die symphatische Frau auf ihrer schwedischen Insel und feilt an neuen Songs.
Auch an Konzerten fand sie damals nicht so richtig Gefallen.
"Ja, am Anfang wollte ich nur Platten machen. Aber jetzt spiele ich sogar sehr gerne live... aber nur mit der Band. Ich könnte nie alleine auftreten; ich würde mich zu Tode
fürchten."
Und so kann man, wenn man Glück hat, Sophie schon mal an einem kleinen, aber feinen Konzert bewundern.
Anfang 2006 erschien "Decade of Dreams", eine 18 Songs umfassende Compilation über ihr mittlerweile
zehnjähriges Gesamtwerk.
Wohl ein Wunsch der Marketingabteilung:
"Compilation-Alben sind schon seltsam. Ich habe ein zwiespältiges Gefühl dabei. Ganz persönlich denke ich, dass Compilation-Alben nicht so rasend interessant sind, denn es ist verdammt
schwierig, damit ein homogenes Resultat zu erzielen. Solche Sachen werden eigentlich gemacht, wenn man tot ist."
Schenk uns noch viele Alben.
Lang lebe Sophie Zelmani.
(Quelle: Amazon bzw. blogbook.ch)
Traumhaft schön. Apropos schön: Weiter geht's mit "pretty" bzw "schön".