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Mi

19

Okt

2011

19/10/2011 - Plan B: Prayin'

Sollte die Musikkarriere unseres heutigen Sofdy-Interpreten tatsächlich Plan B gewesen sein, so hat er ganz schön viel daraus gemacht - Plan B, der mit bürgerlichem Namen Benjamin Paul Drew heißt und in wenigen Tagen seinen 28. Geburtstag feiert. Immerhin erhielt er in diesem Jahr bei den BRIT Awards die Auszeichnung als British male solo artist. Ob ihm wohl das viele Beten in unserem heutigen Sofdy Prayin' was gebracht hat?

 

Drew ist ein faszinierender Typ, wie wir finden. Den meisten bekannt ist seine Stimme wohl durch seinen großen Hit She Said aus dem vergangenen Jahr, den wir hier in einer schönen Live-Version für euch herausgesucht haben:

Dass wir aber Prayin' zum Sofdy gemacht haben, liegt daran,

 

  • dass wir vermuten, dass ihr ihn im Gegensatz zu She Said noch nicht so/zu oft gehört habt (dabei kamen die beiden Songs im selben Monat heraus).
  • dass wir das Video interessant gemacht finden.
  • dass wir den Eindruck haben, dass dieser Song repräsentativ ist für das, was Drew dem folgenden Artikel zufolge ausmacht:

 

Aufgewachsen im Londoner Problemviertel Forrest Gate, prügelnde Stiefväter, Alkoholismus, Drogenvergangenheit. Das ist der Stoff, aus dem Plattenfirmen ihre Sternchen formen. Plan B ist eines davon. Und doch irgendwie völlig anders.
[...]
(E)r habe die Wut, die ihn lange Zeit antrieb, im Griff, erzählt er dem Spiegel anlässlich der Veröffentlichung seiner zweiten LP "The Defamation Of Strickland Banks". Es ist ein Soul-Album der alten Schule, wie ein Relikt aus vergangenen Zeiten. [...] Ben Drew ist musikalisch wie textlich wandelbar und ein Geschichtenerzähler wie kaum ein Zweiter.

Das Konzeptalbum über den unschuldig verknackten, fiktiven Soulstar Strickland Banks wird zum Megahit auf der Insel. Monatelang führt die Platte die britischen Charts an, bevor der Erfolg langsam Richtung Resteuropa schwappt. Die Feuilletons sind voll des Lobs.

 

(Quelle: laut.de)

 

Erfolg und Lob, die Drew mit einer gewissen Distanz betrachtet, wie am Ende des Artikels deutlich wird:

 

Im ZDF-Kulturmagazin Aspekte entgegnet er unverhohlen, provokativ, undiplomatisch und authentisch auf die Kritiker, die ihn mittlerweile feiern, wenige Jahre zuvor jedoch noch als zornigen weißen Jungen aus der Unterschicht belächelten: "Danke, dass ihr meine Platte liebt, schön, dass ihr meine Fans seid. Aber f... euch."

 

Drew sagt über sich:

 

"Ich bin halt mit dem Talent gesegnet, Musikstile zu verstehen und perfekt zu absorbieren. Als Teenager habe ich Soul entdeckt, aber dann kam Hip Hop dazwischen. Vor allem erzähle ich gern Geschichten, und Musik liefert mir dazu den Hintergrund, das muss eben nicht unbedingt Soul sein."

 

Genau. Schubladen sind völlig überbewertet. Interessante Geschichten sind interessante Geschichten. Und gute Musik ist gute Musik.

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