Do
03
Nov
2011
Es muss in der Musikbranche nicht immer darum gehen, wer die erste Geige spielt. Es kann auch mal kollegial zugehen, wie in unserem heutigen Sofdy mit Udo Lindenberg und Clueso, in dem es eben nicht um die erste Geige, sondern um ein Cello geht.
Lindenberg-Fans der ersten Stunde werden wissen, dass es sich bei Cello um eines jener Lieder handelt, mit dem ihm 1973 der kommerzielle Durchbruch gelang. Über jene Zeit lässt sich auf Wikipedia nachlesen:
Im Einerlei der deutschen (insbesondere der deutschsprachigen) Musik zu Beginn der 1970er Jahre nahm Lindenberg eine Sonderstellung ein: Zwischen international ausgerichtetem Krautrock und Schlagern fand er eine Nische. Rock auf Deutsch hatten vorher zwar auch schon Bands wie Ihre Kinder aus Nürnberg oder Ton Steine Scherben mit ihrem Sänger Rio Reiser gemacht, doch die waren zu dieser Zeit vorwiegend politisch und sprachen eher ein Nischenpublikum an.
Lindenbergs schnoddrige Art, alltägliche Geschichten zu erzählen (Bei Onkel Pö…) und sein nuanciertes Sprachgefühl waren dagegen bis dato ungehört. In der Folge profitierten zahlreiche Musiker von Lindenbergs Pionierarbeit.
Und so kann man wohl festhalten, dass auch Clueso, seines Zeichens Sänger, Rapper, Komponist und Produzent, der zu der damaligen Zeit noch im großen Teich war, zu eben jenen deutschen Musikern zählt.
So unterschiedlich die beiden Musiker auch auf den ersten Blick erscheinen mögen (vom Alter über ihren Style bis hin zur Art und Aussage ihrer Musik), so sehr drängt sich auch die ein oder andere Parallele auf, wenn es um Authentizität und musikalische Visionen geht. Wer sich davon einen eigenen Eindruck verschaffen möchte, dem seien der Werdegang Lindenbergs und der Werdegang Cluesos an dieser Stelle empfohlen.
Und so überrascht es letztlich wenig, dass sich der Weg der beiden Musiker in diesem Jahr im Rahmen eines MTV Unplugged Konzertes kreuzte. Für beide und ihre Fans sicher auch eine Erweiterung ihres Horizontes, hinter dem es bekanntlich ja immer weiter geht.