Do
02
Sep
2010
Mit unserem Titel Farbe-lhafte Musik erlauben wir uns mal wieder ein Wortspiel und beziehen uns dabei natürlich auf das Wort fabelhaft, für das Wikipedia die folgenden Synonyme anzubieten hat:
fantastisch, wundersam, erstaunlich, unglaublich, sagenhaft, märchenhaft, großartig, herrlich, schön, wunderbar, göttlich, famos, wahnsinnig, außerordentlich, prima, zauberhaft, beeindruckend, erstklassig, klasse, spitze, spitzenmäßig, unvorstellbar, astronomisch.
Ja, all das ist die Musik und noch viel mehr, wie wir in den letzten Monaten mit unserem täglich wechselnden Song of the day (Sofdy) und unserem mittlerweile alle zwei Wochen erscheinenden Newsletter aufgezeigt haben.
Diesmal geht's um das Thema Musik und Farbe. Denn Farben tauchen in der Musik ziemlich oft auch: mal in Band- oder Künstlernamen (wie z. B. bei Pink), mal in Beschreibungen (wie z. B. in dem Song Yellow Submarine der Beatles oder Blue Eyes von Elton John...weitere Beispiele folgen weiter unten) oder als Sinnbilder, wie in dem Song True Colors von Phil Collins.
Widmen wir uns der Farbenlehre. Laut der ist Schwarz eine Farbempfindung und wird als eine unbunte Farbe bezeichnet.
Nina Simone war das wohl eher egal, als sie das amerikanische bzw. irische Volkslied Black is the Color (Of My True Love's Hair) in den 50-ern in ihr Repertoir aufnahm und damit erheblich zu dessen Popularität beitrug.
Originell auch die Stuhl-Hochschraub-Aktion zu Beginn der Performance.
Noch eine andere Version des Songs, eine Art Remix, fanden wir auf youtube. Informationen über Herkunft und Veröffentlichungsdatum ließen sich nicht ermitteln, und doch wollten wir euch die entspannte, ein wenig an eine Warteschlaufe erinnernde Nummer an dieser Stelle nicht vorenthalten:
So wie Schwarz ist auch Weiß eine...richtig: unbunte Farbe.
I said if you're thinkin' of being my brother
It don't matter if you're black or white
...singt Michael Jackson zum Ende seines 1991 erschienen Songs Black or White und spricht sich damit für mehr Harmonie zwischen Menschen, ganz gleich, ob Schwarz oder Weiß, aus:
Welche Hautfarbe sich unter den Kostümen der acht-köpfigen A-capella-Gruppe The Voca People aus Isral verbirgt, lässt sich allerdings nicht sagen, denn die Gruppe tritt stets ganz in Weiß auf. Auf diese Weise stellen sie Außerirdische des fiktiven musikalischen Planeten Voca dar. Klingen tut das Ganze so:
Was die Bühnenoutfits an Farbe vermissen lassen, machen die Acht locker wett durch ihre bunte Unterhaltung, oder nicht?
Weiter geht's in der Farbenlehre mit der ersten echten Farbe: Grün.
Grün ist der Farbreiz, der wahrgenommenen wird, wenn Licht mit einer spektralen Verteilung ins Auge fällt, bei dem das Maximum im Wellenlängenintervall zwischen 520 und 565 nm liegt.
...erklärt uns Wikipedia, aber so genau wollten wir's eigentlich gar nicht wissen. Denn viel interessanter finden wir, wie Grün klingen kann. Die vier Jungs von Creedence Clearwater Revival vertonten die Farbe in ihrem Song Green River. Ende der 60-er klang das dann so:
Wo grüne Flüsse fließen, sind auch bunte Panther nicht weit. Oder, um genau zu sein: der rosarote Panther.
Das Motiv aus der Feder von Henry Mancini ist sei den frühen 60-ern Kult, durfte also auf unserer musikalischen Farbpalette nicht fehlen:
Kommen wir zu der Farbe, die spontan zumeist mit Sonnenschein assoziiert wird: Gelb.
Nicht ganz so sonnig ist dabei, was Coldplay aus der Farbe Gelb macht, denn es geht in dem 2009 erschienenen Song Yellow der Band um eine unerwiderte Liebe.
Bei der folgenden Performance geht allerdings in einem musikalischen Sinne die Sonne auf...und die gelben Ballons sind ganz großes Kino, finden wir:
Den Sonnenschein gibt's aber auch noch, und zwar von Marié Digby, deren Song Sunshine dem US-Projekt Sound of Color entstammte, das vor zweieinhalb Jahren umgesetzt wurde und in einem Blog im Netz so beschrieben wird:
Welche Farbe hat eigentlich Musik?
Dieser Frage gehen nicht nur theorieversessene Uni-Professoren verstaubter Musikfakultäten auf den Grund, sondern auch das US-Projekt Sound of Color.
Fünf verschiedene Musiker und Regisseure sollten versuchen die Farben Rot, Gelb, Grün, Blau und eine Schwarz&Weiß-Kombination audiovisuell darzustellen.
Herausgekommen sind einzigartige Stücke mit einem ganz individuellen Touch.
Ob Blue nun wirklich klingt, wie es zum Beispiel die Band The Blakes interpretiert, bleibt natürlich weiterhin offen. Sicher ist, dass Farben und Musik wunderbar zusammen passen und jeder
andere Emotionen mit beidem verbindet – es kommt eben auf den persönlichen Hintergrund und die eigenen Erfahrungen an.
Rot sind für die meisten Musikliebhaber Love-Songs, für manche aber auch klirrende Elektro-Sounds in szenigen Clubs. Die rote Karte ist dagegen für Musik-Tauschbörsen bestimmt, die Lieder
illegal zum herunterladen anbieten – das meint auch Ehrensenf -Moderatorin Christine Henning, die in ihrer Sendung nicht nur auf Grenzen des Legalen, sondern auch auf die Vorzüge von frei
downloadbaren Tracks des Projekts Sound of Color zu sprechen kommt.
Hier also der Track zur Farbe Gelb:
Wo von Gelb und Sonne die Rede ist, sind auch die Sterne zum Greifen nah. Mischen wir noch ein wenig Rot dazu, und fertig ist der nächste Song:
Wir haben hier nämlich eine, wie wir finden, wunderbare Version von Stars aufgetan von...naja, ihr wisst schon: Simply Red natürlich:
Hier sei als Fußnote erwähnt, dass die Band um den Sänger Mick Hucknell sich dieses Jahr auflösen wird und sich derzeit auf großer Abschiedstournee befindet. Tourdates, die auch Deutschland, Österreich und die Schweiz einschließen, können hier nachgelesen werden.
Und wenn wir einmal in den Himmel gucken und uns mit Sonne und Sternen befassen, dann lassen wir doch auch gleich Dr. John zu Wort kommen, der uns mit Blue Skies die Farbe Blau näherbringt und das Bild vervollständigt. Keiner könnte das besser als er, der als Jazz- und Blues-Musiker 2007 in die Blues Hall Of Fame aufgenommen wurde.
Dies also ein paar Hörbeispiele, die die Farbenvielfalt in der Musik veranschaulichen. Eine etwas umfangreichere Liste mit weiteren Beispielen für Songs, die sich auf die eine oder andere Weise mit Farben befassen, haben wir auf den Seiten von stern.de entdeckt. Dort hat ein User nämlich unter dem Titel Alles Songs, die Farbe bekennen eine 50 Titel umfassende Liste zusammengestellt, die ihr hier nachlesen könnt.
Tatsächlich ist das sinnbildliche "Farbe bekennen" der letzte Aspekt, den wir hier abdecken wollen. Das nämlich tun Musiker und Bands immer mal wieder, in dem sie aktuelle Themen aufgreifen und zum Inhalt ihrers Songs machen. Ob sie dabei auf Umweltprobleme hinweisen, politische Stellung beziehen oder zu mehr Harmonie in der Gesellschaft aufrufen (wie auch in unserem obigen Beispiel Black or White),...immer geht es darum, dass sie Farbe bekennen, ein Zeichen setzen und damit ihre Verantwortung als Personen, die in der Öffentlichkeit stehen, wahrnehmen.
Nicht immer fällt das allerdings so direkt aus wie im Falle des Songs Schrei nach Liebe der Ärzte, der Anfang der 90-er den aufkeimenden Rechtsextremismus im vereinten Deutschland thematisierte.
Die Wendung, die das Video zum Schluss nimmt, ist übrigens wirklich rührend:
Apropos Farbe bekennen: Auch wir wollen ab sofort ein bisschen mehr Farbe bekennen, indem wir zu erkennen geben (und das ironischerweise mit schwarz-weiß-Fotos), wer eigentlich hinter der Idee von Musikdach, dem täglichen Sofdy und den Newslettern steckt. Unter "Das Musikdach-Team" könnt ihr euch ab sofort ein wenig über uns informieren.
Und ihr seid natürlich auch jederzeit herzlich willkommen, Farbe zu bekennen, indem ihr uns schreibt und uns sagt, was euch gefällt und was ihr euch wünscht!
Ganz im Stil von unserem abschließenden Song Colour My Life von M People geht es schließlich darum, dass wir das Leben ein bisschen bunter machen und euch mit guter Musik und interessanten Inhalten unterhalten.
Wir wollen euch quasi "bunterhalten".
Weiterhin viele, viele bunte Sofdys und noch viel mehr verspricht euch in diesem Sinne
Eure Redaktion von www.musikdach.de
Musikdach - alles unter einem Dach