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Merry Xmukke

Oh Weihnachten, was wärst du nur ohne Musik...

...Womöglich nur eine sinnlose Aneinanderreihung von Geschenken und (neuerdings LED-) Leuchten, von Weihnachtsgänsen und Familien(dis)harmonie, von Tannenbäumen und Dekokrippen...

...aber eben nur eine sinnlose Aneinanderreihung traditioneller Gewohnheiten und nicht jenes Fest der Liebe und Freude, auf das wir uns ab Mitte September, wenn die ersten Schokonikoläuse und Weihnachtsplätzchen den sommerlichen Erfrischungsgetränken den Platz im Supermarktregal streitig machen, so sehnlich freuen.

 

Jetzt mal Butter bei die Fische oder Kugel bei die Bäume:

Sind die Oh-Songs (Oh du Fröhliche, Oh Tannenbaum etc.), die uns auf den Weihnachtsmärkten live in Form von flötenspielenden Grundschülern oder vom Band durch die an jeder dritten Glühwein- oder Fressbude positionierten Lautsprecher entgegenhallen UND die besten Weihnachtshits der letzten 100 Jahre, mit denen uns die Radiosender wochenlang beschallen UND die Bing Crosby Klassiker, die wir zur Bescherung auflegen, UND...

...nicht der rote Faden, der sich durch die Weihnachtszeit zieht und am Ende gar alles zu dem zusammenwebt, was Weihnachten ausmacht?

 

Wir haben uns da mal ein bisschen für euch umgeguckt und ein paar stichfeste Beweise dafür gesammelt.

 

Weihnachten ist schon lange nicht mehr nur ein Fest der Freude und Liebe, sondern eben auch des Kommerzes. Da stellt auch die Musikbranche keine Ausnahme dar.

Alljährlich werfen Labels, klein wie groß, weihnachts(un)taugliche Singles auf den Markt in der Hoffnung, damit einen Künstler oder zumindest seine Verkäufe nach vorne zu bringen. Während das in manchen Fällen auch sehr gut gelingt (wie hier Mariah Carey mit All I Want for Christmas is You aus dem Jahr 1994)...

...mutet manches eher als befremdlich an oder veranlasst den Endverbraucher zu verständnislosem Kopfschütteln, wenngleich Musik bekanntlich auch immer eine Frage des Geschmacks ist, wie der Weihnachtssong von Sido aus dem Jahr 2007 veranschaulicht:

Auch zum Schmunzeln wird oft etwas geboten, wie etwa mit dem Weihnachtslied Jingle Bombs der Bauchrednerpuppe Achmed - the Dead Terrorist, gespielt von Jeff Dunham, die sich seit einiger Zeit wachsender Berühmt- und Beliebtheit erfreut:

Und ja, auch dieser Song bzw. diese Art von Humor ist Geschmackssache.

 

Machen wir einen kleinen Ausflug in die Werbung. Auch hier findet sich selbverständlich auf sehr wirksame Weise der Einsatz von Musik wieder. Ein Schokoladenhersteller ließ in dieser Weihnachtssaison gar einen ganzen Song schreiben, in dem der Einsatz der Schokolade als Dankeschön an gute Freunde gerechtfertigt wird - auf poetische und harmonische Weise und untermalt mit ergreifenden Bildern, versteht sich.

 

Als noch ergreifender hat der eine oder andere von uns vielleicht noch die Coca Cola-Werbung aus dem Jahr 2001 in Erinnerung:

Besonders ergreifend daran ist wohlgemerkt nicht der Werbeclip selbst, als vielmehr die Tatsache, dass Melanie Thornton, deren Single Wonderful Dream in dem Clip gefeatured wurde, im Winter desselben Jahres bei einem Flugzeuabsturz in der Nähe von Zürich mit gerade einmal 34 Jahren tödlich verunglückte. Und so ist Wonderful Dream ein Weihnachtsklassiker, der bei vielen auch ein wenig Wehmut hervorruft.

 

Andere Geschichten zum Thema Musik und Weihnachten gibt es zu erzählen, die nicht ganz so traurig stimmen. So zum Beispiel die Geschichte von Keith Jarretts Piano Solo Album The Melody At Night, With You, auf dem er auf sehr bedächtige Weise Jazz-Standardwerke auf ein geniales Minimum reduziert und interpretiert. Darf man Wikipedia Glauben schenken, so war dieses Album ursprünglich als Weihnachtsgeschenk von Jarrett an seine Frau gedacht, wurde Ende der 90-er dann aber veröffentlicht und auf diese Weise zu einem Weihnachtsgeschenk an die ganze Welt - sehr empfehlenswert für die Feiertage!

 

Weihnachten wäre nicht Weihnachten, wenn es nicht auch einher ginge mit Spendenaktionen und Benefizgalen. Auch hier spielt die Musik immer wieder eine zentrale Rolle.

 

So haben wir bei unserem Sofdy am 15. Dezember auf die Schweizer Aktion "Jeder Rappen zählt" hingewiesen, bei der u.a. mittels Live-Musik Geld für den Kampf gegen Malaria in Afrika gesammelt wird. Innerhalb weniger Tage sind hier mittlerweile über eine Million Franken zusammengekommen.

Jeder Rappen Zählt

Auch in Deutschland mangelt es nicht an solchen Aktionen, wie beispielsweise der José Carreras Gala, die im ersten deutschen Fernsehen am 17.12. ausgestrahlt wird. Die auftretenden Künstler und Bands lesen sich wie ein Querschnitt durch die Erfolgsgeschichte der heutigen Musiklandschaft: Paul Potts, David Garrett, Klaus Meine, Helene Fischer, Musical "Schuh des Manitu", Gabriel Sculer, Tony Henry, Milow, Ich+Ich, Semino Rossi, Andrea Bocelli, The Very Best of Black Gospel, Barbara Krieger, Piero Mazzochetti, Michael Bolton, Kristina Bach, Marius Müller-Westernhagen, das Filmorchester Babelsberg und das Deutsche Fernsehballett des MDR.

Immerhin konnten durch diese Gala im Laufe der Jahre bereits 80 Millionen Euro an Spendengeldern gesammelt werden - eindrucksvoller lässt sich kaum beziffern, wie Musik zu berühren, transportieren und mobilisieren weiß.

Die José Carreras Gala

Kommen wir abschließend zum umstrittensten Thema:

 

Welcher Weihnachtssong ist nun der beliebteste und berühmteste aller Zeiten?

 

Hier gehen die Statistiken, Abstimmungen und subjektiven Empfindungen verständlicherweise weit auseinander und variieren von Land zu Land. Und so kann an dieser Stelle wohl allenfalls davon gesprochen werden, welche Songs ganz weit vorne mitmischen. Aus gegebenem weihnachtlichen Anlass zählen wir für euch den Musikdach-Xmas-Countdown. Bis zum 24. gibt es jeden Tag einen neuen Weihnachtsklassiker für euch mit ein paar Hintergrundfacts und Begebenheiten drum herum.

 

Viel Spaß mit unserem Countdown, wenig Geschenkestress, viel leckeres Essen und vor allem bedächtige und anhebende Stunden im Kreise eurer Lieben wünscht euch

eure Redaktion von www.musikdach.de


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