So
02
Mai
2010
Marathon-Läuferin wird wegen Musik-Dopings disqualifiziert
...lasen wir unlängst in der Zeitung. Zu den Hintergründen dieser Schlagzeile hieß es da:
Die Marathon-Läuferin Jennifer Goebel gewann den Lakefront Marathon in Milwaukee, USA. Als jedoch ein Foto der Läuferin auftauchte, auf dem Goebel während des Laufs Musik hörte, wurde sie
nachträglich disqualifiziert.
Die Läuferin habe mit einem "Mix aus Alternative Rock und Techno" gedopt und sich so einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den anderen Läufern verschafft.
(Quelle: www.shortnews.de)
Dass Musik offiziell als Dopingmittel angesehen wird, war uns, so plausibel es auch ist, ehrlich gestanden neu.
Dass das gerechtfertigt ist, zu diesem Ergebnis kommt offenbar auch dieser amerikanische Student bei dem fogenden Selbstversuch, bei dem es darum geht, sich mittels Musik für die Länge eines knapp vierminütigen Songs bei maximaler Geschwindigkeit auf dem Laufband zu halten:
Aber fangen wir lieber nochmal ganz vorne an.
Wer kennt das nicht: Nach den langen Wintermonaten wird es endlich warm - so warm, dass man den Sommerklamotten wieder die vorderste Reihe im Schrank gewährt. Aber passen sie überhaupt noch? Schreck lass nach, Weihnachten und Ostern - (oder um genauer zu sein: Schokonikoläuse und -hasen) haben ihre nachhaltigen Spuren hinterlassen. Halb angezogen (halb deswegen, weil wir die Hose aus dem letzten Sommer nicht mehr zubekommen) stehen wir vor dem Spiegel und sind wild entschlossen: Ich esse nie wieder etwas. Und ab morgen wird Sport gemacht.
Während wir vom Thema Essen die Finger lassen möchten (jedenfalls zum jetzigen Zeitpunkt, dafür widmen wir uns im nächsten Newsletter dann umso ausführlicher dem Thema "Musik und Essen"), bietet dieser Newsletter die ein oder andere interessante Information und Anregung rund um den Sport. Denn im Gegensatz zum Leistungssport ist es im privaten Gebrauch völlig legitim, Musik zum Doping, oder zumindest zur Motivation einzusetzen.
Die Welt brachte vor zwei Jahren einen interessanten Artikel zu der Frage Welche Musik passt zu welchem Sport? heraus.
In diesem Artikel werden neben Informationen über die geeignete Taktart und - geschwindigkeit eben auch konkrete Empfehlungen ausgesprochen, welches Genre zu welcher Sportart passt - dass der persönliche Geschmack bei der Auswahl der Musik das wichtigste Entscheidungskriterium ist, versteht sich dabei von selbst!
Dass allerdings nicht nur Musikgeschmack, sondern auch Religion in gewisser Weise eine Rolle bei der Auswahl der Musik zum Sport spielen können, zeigt das folgende Video mit dem Titel Gospel Aerobics - Giving Him Praise. Die Idee, den Kirchgengang mit dem Gang ins Fitnesscenter zu verbinden, ist originell genug, um an dieser Stelle eingebunden zu werden (man muss sich ja nicht die kompletten 9:17 Minuten angucken!):
Aber nicht nur beim Aerobic spielt die Musik eine wichtige Rolle. Auch beim Boxen geht es nicht ohne, wenn auch nicht während, sondern vor des Showdowns. Boxer Floyd Mayweather konnte beispielsweise in dem folgenden Video Rapper 50 Cent für sich gewinnen:
Auch im Schwimmsport kommt man ohne Musik offenbar nicht (mehr) aus. Michael Phelps beispielsweise ist bekennender Musikfan, der sich kurz vor Wettkampfbeginn gerne noch mit Musik aufpeitscht. Prompt hat man ihn für eine Werbekampagne gewonnen, in der ein MP3-Spieler vorgestellt wird, mit dem man auch unter Wasser Musik hören kann. Wie schrieb schon damals Novalis:
Wer Schmetterlinge lachen hört,
der weiß, wie Wolken schmecken,...
Geht man nach diesem Video, dann sollte es in Zukunft vielleicht eher heißen:
Wer die Fische singen hört,
der weiß, wie Wasser schmeckt,...
Und auch ein Ausflug in den Tennissport soll an dieser Stelle nicht fehlen. Boyd Tinsley der Dave Matthews Band machte aus seiner Liebe für die Musik und den Tennissport ein Förderprogramm für Kinder, das ihnen Zugang sowohl zur Musik, als auch zum Tennis ermöglicht. Interessant, wie Tinsley im folgenden Video die Gemeinsamkeiten zwischen Musik und Tennis darstellt. Ort des Geschehens ist übrigens nicht Tennissee (Wortspiel!), sondern eine Gemeinde namens Charlottesville in Virgina.
Ihr merkt schon, Musik und Sport haben sehr viel mehr miteinander zu tun, als man im ersten Moment meinen würde. Bevor wir uns dem Thema Fußball widmen, hier noch ein besonderes Schmankerl: Der amerikanische Eiskunstläufer Johnny Weir tanzt auf dem Eis zu Lady Gagas Poker Face:
Und nun wie versprochen zum Fußball, um den man vor allem in diesem Sommer nicht herumkommen wird, denn es steht (übrigens zum allererstenmal für den afrikanischen Kontinent) die WM in Südafrika an!
Dass Musik in den Fußballstadien als DAS Instrument genutzt wird, um die Stimmung anzuheizen und Tore zu bejubeln, ist bekannt. Natürlich darf auch bei der Vermarktung diverser Mannschaften und Veranstaltungen der entsprechende Song nicht fehlen.
Und so wurde am 26. April verkündet, dass der offizielle Song zur FIFA WM 2010 Waka Waka (This Time For Africa) von Shakira, zusammen gesungen mit der südafrikanischen Gruppe Freshlyground, stammt:
Von anderen Firmen, wie etwa Coca Cola, gibt es auch Hymen. So lautet deren WM-Song Wavin' Flag (Coca-Cola Celebration Remix) und wird vom somalischen Hip-Hop-Künstler K'naan gesungen:
Übrigens fanden wir auf der Wikipedia-Seite der WM 2010 noch ein paar weitere interessante Information zum Thema Musik und Fußball:
Im Vorfeld der Fußball-WM wollten Kritiker die in Südafrika üblichen Vuvuzela-Trompeten aufgrund ihres ohrenbetäubenden Lärms verbieten lassen, der Fußball-Weltverband FIFA gab den Protesten
aber nicht nach und erlaubte die Vuvuzela in den Stadien der Endspiele.
Erstmals in der Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaften findet bereits am Vorabend des Eröffnungsspiels eine große Eröffnungsfeier statt, welche weltweit im Fernsehen übertragen wird.
Alicia Keys, Amadou & Mariam, Angélique Kidjo, Black Eyed Peas, Juanes, Shakira, Tinariwen, Vusi Mahlasela und andere Musiker werden im Orlando-Stadion in Soweto auftreten. Der
Nettoerlös des Konzerts kommt einer Kampagne zur Errichtung von 20 Bildungs-, Gesundheits- und Fußballzentren in ganz Afrika zugute.
Je mehr man sich also mit der Schnittmenge Musik und Sport befasst, umso mehr kommt man unweigerleich und mal wieder zu dem Schluss: Ohne Musik geht es nicht.
Ob piano oder forte, Töne sagen mehr als Worte. Denn was wäre unser Leben, würde es Musik nicht geben?
(Sprichwort)
Schließen wir den Kreis mit ein paar Empfehlungen, was EUER Sportmachen betrifft. Denn wem das eingangs beschriebene Szenario vor dem Spiegel bekannt ist, der mag den ein oder anderen Musiktipp begrüßen. Wir haben uns da durch diverse Foren geklickt und eine Auswahl an Songs für euch in der folgenden Playliste zusammengestellt. Bei der Vielfalt müsste für jeden Geschmack etwas dabei sein, und darf man den Empfehlungen engagierter Internetuser und Sportler Glauben schenken, läuft und radelt es sich bei dieser Musik schneller, hebt es sich leichter und schwitzt es sich trockener:
In diesem Sinne viel Spaß beim Abspecken oder einfach nur Musikgenießen!
Es grüßt euch sportlich