Mo
02
Aug
2010
Wunder gibt es immer wieder,
heute oder morgen können sie geschehen.
Wunder gibt es immer wieder,
wenn sie dir begegnen,
musst du sie auch seh’n
...sang Katja Ebstein 1970 beim Grandprix in Amsterdam und belegte damit für Deutschland den 3. Platz.
Dürfen wir die letzte Zeile um das Wort "Hören" bereichern? Tatsächlich hat die Musik nicht nur etwas Wunderbares, sondern auch etwas Wunderhaftes.
Als Wunder (griech. thauma) gilt umgangssprachlich ein Ereignis, dessen Zustandekommen man sich nicht erklären kann, so dass es Verwunderung und Erstaunen auslöst. Es bezeichnet demnach allgemein etwas „Erstaunliches" und „Außergewöhnliches" (griech. thaumasion).
[...]
Ob ein Ereignis oder eine Sache wunderhafte Züge trägt, ist grundsätzlich der Meinung des Betrachters überlassen. In bestimmten Situationen glauben Augen- und Ohrenzeugen, sie hätten etwas Unfassbares erlebt oder gesehen.
(Quelle: Wikipedia)
Wie ist es um die Schnittstelle
zwischen der Musik und dem Thema Wunder bestellt?
Damit wollen wir uns im Folgenden ein wenig befassen, und wenn uns das in Anbetracht des komplexen Themas auch nur in der Gestalt gelingen mag, dass wir einen kleinen Anstoß geben.
Unseren Ohren ergeht es beispielsweise bei der Recherche unseres täglichen Sofdys (Song of the Day) regelmäßig so, dass sie "Unfassbares erleben" dürfen, um es mit den Worten des Wikipedia-Artikels zu sagen. Sicher, Musik ist immer auch Geschmackssache, und das kann man gar nicht oft genug betonen; aber oft genug weiß Musik auch über jegliche Grenzen hinweg zu verzaubern.
Wenn wir von Wundern und Verzaubern reden, dann darf einer nicht fehlen: Stevie Wonder, dessen Künstlername Programm ist und der hier mit seinen Songs Isn't She Lovely und You are the Sunshine of My Life begeistert:
Stevie Wonder, der eigentlich Steveland Hardaway Judkins Morris heißt, verdiente sich schon als Wunderkind seinen Status eines wunderbaren Musikers, und so mancher wundert sich bis heute, woher dieser Mann nur seine wunderhafte Musikalität und Virtuosität nimmt.
Und dann gab's da in den späten 60-ern noch eine ganze Band, die sich das Thema Wunder auf die Fahne schrieb. Die Rede ist von The Miracles um den Sänger Smokey Robinson, die wir euch hier mit dem Song Here I go Again in Erinnerung rufen:
Andere Musiker hingegen besingen das Thema Wunder lieber. Unsere Recherchen haben ergeben, dass es mindestens 16 namhafte Songs (also Songs, die es in die Charts schaften) mit dem Titel Miracle gibt. Die Zahl der Songs, die sich unter einem anderen Titel mit eben diesem Thema befassen, ist noch sehr, sehr, sehr viel höher.
The Miracle von Queen (veröffentlicht 1989 und dem gleichnamigen Album entnommen) dürfte eine der bekanntesten Nummern sein:
Besonders viel Freude bereitet hat uns auch der folgende Clip, in dem Cliff Richard mit seinem Song The Miracle (1999) das Wunder der Liebe besingt und damit das Wunder der Musik demonstriert, eine solche Botschaft vermitteln zu können:
Love is the key that opens up a new way
Love is the answer
We've been searching for
Open your heart if you're looking for a miracle
The miracle is love
Und auch einen deutschen Herzöffner gibt's zum Thema Wunder: Wunder gescheh'n, hier in einer Version von 2003, die Nena gemeinsam mit anderen Musikerkollegen anlässlich des Red Nose Days, bei dem es darum geht, Spendengelder für bestimmte Hilfsorganisationen zu sammeln, an den Start brachte:
Und wenn wir uns schon in eher seichten Gewässern bewegen, dann sei hier auch noch When You Believe von Mariah Carey und Whitney Houston erwähnt, in dem es im Zusammenhang des Films Der Prinz von Ägypten (1998) ebenfalls um Wunder geht. Für diesen Song gab's übrigens sogar einen Oscar.
Wer denkt, dass Wunder immer nur auf romantische bis kitschige Art und Weise musikalisch umgesetzt werden, der hat sich jedoch getäuscht. Hot Chocolate macht uns mit ihrem Song You Sexy Thing (1987) vor, dass Wunder durchaus auch sexy sein können:
Und der Vollständigkeit halber gibt's als Kontrastprogramm auch noch den Miracle Man (1988) von Ozzy Osbourne - Achtung, laut!
Richtig, da war doch letztens auch ein Sofdy zum Thema Wunder, und zwar am 16. Juli anlässlich des 10. Todestages von Paul Young, ehemals Sänger von Mike and the Mechanics: All I Need is a Miracle.
Eine weitere interessante Entdeckung haben wir auch noch auf den Seiten von National Geographic gemacht. Und zwar geht es um eine Dokumentation zu dem Thema Das Wunder der Musik, in der u. a. Top-Musiker wie Sting, Michael Bublé, Feist und Wyclef Jean in Erscheinung treten.
Die Zusammenfassung lautet folgendermaßen:
Musik bewegt uns - egal, ob wir fröhlich eine Melodie pfeifen, ein klassisches Konzert besuchen oder im Club die Nacht zum Tage machen. In der Dokumentation Das Wunder der Musik geht NATIONAL GEOGRAPHIC der Frage nach, was Musik im Menschen auslöst: Wie werden die Klänge im Gehirn verarbeitet, und warum wirkt Musik so ganz anders auf uns als gesprochene Worte, Baulärm oder Tierlaute? Und welche Rolle spielt unsere kulturelle Prägung dabei, welche Musik wir als angenehm empfinden? Kein Geringerer als Superstar Sting gibt sich die Ehre, bei der Klärung dieser Geheimnisse mitzuwirken. Dank eines Gehirnscans können die Zuschauer miterleben, was sich in Stings Kopf abspielt, während er Musik hört oder komponiert. Darüber hinaus kommen Experten unterschiedlicher Fachrichtungen zu Wort, die das rätselhafte Wunder der Musik zu entschlüsseln versuchen.
Tatsächlich konnten wir die Doku auf youtube in fünf Teilen finden und möchten sie euch an dieser Stelle empfehlen:
Während in dieser Doku auf wissenschaftlicher Ebene beleuchtet wird, was genau bei uns passiert, wenn wir Musik hören oder gar komponieren, und diese wissenschaftlichen Erörterungen zugegebenermaßen teilweise etwas trocken daher kommen, kommt die Doku im letzten Teil an einen ganz spannenden Punkt: Als nämlich Sting mit den Ergebnissen seiner Gehirn-Analyse konfrontiert wird, streubt sich etwas in ihm. Dass man das Wunder Musik, das er als Musiker erlebt, auf eine solch analytische bzw. wissenschaftliche Weise zerlegt, passt nicht zu seinem Verständnis von Musik. Und tatsächlich bekommt die Doku an dieser Stelle die Kurve und räumt schließlich ein, dass das Wunder Musik auch durch die Wissenschaft letztlich nicht wirklich erklärt werden kann.
Wunder sind eben Wunder und dazu da, dass wir Menschen uns wundern und einräumen, dass es eben doch ein wenig mehr gibt als nur das, was wir begreifen können...
...und die Musik in all ihrer Vielfalt gehört mit Sicherheit zu diesen Wundern.
Dies also unser kleiner Anstoß zu diesem Thema. Weiterhin wunderbare und wunderhafte Erfahrungen mit der Musik (nichtzuletzt auch in Form unseres Sofdys ;-)!) wünscht euch