06/10/2016 - Elmer Bernstein: die glorreichen Sieben

"Pferdammt gut" - so lautet der tierische Titel der B.Z. Berlin zum Remake von "Die glorreichen Sieben", der in diesen manchmal westernhaft stürmischen Zeiten in den Kinos zu begaloppieren ist - mit Denzel Washington in der Hauptrolle als Anführer und Kopfgeldjäger Sam Chisolm.

 

Die Süddeutsche Zeitung schreibt treffend: "Es gibt, und das ist das wirklich Schöne an diesem Film, nicht eine einzige rassistische Bemerkung. Niemanden scheint es auch nur die Bohne zu interessieren, wer welche Hautfarbe oder was auch immer hat. Damit wird nicht nur erklärt, dass es im Jahre 2016 selbstverständlich sein sollte, dass ein Schwarzer die Bande der Sieben anführt. Da es sich um ein Remake handelt, spürt man auch, dass dies schon 1960 hätte selbstverständlich sein sollen. Dies wird da deutlich, wo Fuqua dem Vorbild sehr verbunden bleibt und er sogar manche Kamerabewegungen von seinem Vorgänger übernimmt. So zeigt Fuqua nicht nur, dass ein Remake auch mal gelingen kann. Er zeigt vor allem, dass es Filme gibt, die man sogar unbedingt neu machen muss."

 

Das wirklich Einzige bei diesem Film, das mit Replay statt Remake dahertrabt und schon seit 56 Jahren genug Pferdestärke auf den bebenden Bonanza-Boden bringt und geldgierige Cowboys zu Sandstaub fressenden Kau-Bubis mutieren lässt, ist der glorreich aufwirbelnde Sanddreck der allerfeinsten Körnung, nein, vom Soundtrack ist natürlich die Rede. Ein musikalisches Meisterwerk von Elmer Bernstein, dem glorreichen achten Mann, dank dem auch dem geheimen Stamm der Sofdianer im WWW - im Wirklich Wilden Weste(r)n - die Pferde durchgehen - "Pferd bin ich? Und wenn ja, wie viele?" Natürlich sieben, und zwar glorreiche! 

 

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