17/06/2017 - Phil Collins: In the Air Tonight

Was für eine musikalisch-menschliche Magie liegt hier heute Abend in der Luft?

 

Diese rhetorische Frage dürften sich alle gestellt haben, die gestern Abend Phil Collins live bei seinem letzten Kölner Konzert erleben durften. Aber er war natürlich nicht alleine auf der Bühne. Neben weiteren grandiosen Musikern saß kein Geringerer am Schlagzeug als sein Sohn Nicholas Collins. 

 

Jens Schneider von Radio Regenbogen war auch bei einem der Kölner Konzerte dabei und schreibt einen wundervollen Konzertbericht, hier ein kleiner Appetithappen: 

 

"Verstanden habe ich an diesem Abend eines: Leidenschaft hat die Chance sich über alle Gebrechen hinwegzusetzen. Phil Collins ist ein Vollblut-Entertainer. Dieser Mann hat viel hinter sich, das sieht man, aber das bremst ihn nicht - und davor habe ich Hochachtung. Sein Ziel war es, so sagte er vor der Tour selbst, auf die Bühne zurückzukehren, seine Fans glücklich und seine Familie stolz zu machen. In meinen Augen hat er sich damit selbst übertroffen. Er hat das geschafft, was viele ihm nicht zugetraut hatten. Die Sorge um seine Gesundheit, die derzeit in den Medien so überdimensional im Vordergrund steht, ist berechtigt, aber sollte in meinen Augen nicht größer gemacht werden als der Respekt vor seinem Talent."

 

Phil Collins ist ein unglaublich ehrliches Stehaufmännchen, auch wenn er beim Konzert teilweise sitzt. Seine Biographie "Da kommt noch was - NOT DEAD YET" belegt dies zum Beispiel dadurch, wie offen er seine überwundene Alkoholsucht anspricht: 

 

"Wenn ich diese Geschichte heute erzähle, klingt das absolut grauenhaft. Ich brauchte bis zum Alter von 55 Jahren, um Alkoholiker zu werden. Ich schaffte es durch die aufregenden Sechziger, die LSD-geschwängerten Siebziger, die erfolgreichen Achtziger, die emotionalen Neunziger. Ich war im Ruhestand, zufrieden, und dann fiel ich. Weil ich plötzlich zu viel Zeit hatte. Das riesige Loch, die Leere die entstand, als man mir erneut meine Kinder wegnahm, musste ich irgendwie füllen. Ich füllte sie mit Alkohol. Und das brachte mich fast um.

 

Ich gehöre zu denen, die Glück gehabt haben." 

 

Und wir gehören zu den Glücklichen, Deine Musik zu hören, Phil!

Die macht auf die fühlbar gesündeste Weise süchtig.

 

Wir hoffen auch: Da kommt noch was.

 

Please play for us "ONE MORE NIGHT"!